Gregorius auf dem Stein

1973 versuchte Karl Fisching [GVK] erstmals die außergewöhnlich komplexe Überlieferung von Der Heiligen Leben [Geschichtsquellen] zu erfassen. Als Titel für die Sammlung, die früher unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt gewesen war, schlug er Der Heiligen Leben oder Prosapassional vor. Er vermutete eine Entstehung im Katharinenkloster Nürnberg [Wikipedia] zwischen 1384 und 1428, eher schon am Ende des 14. Jahrhunderts. Auf dem ‚Gottfried-Portal‘ wird diese Vulgata als die ‚‚Nürnberger Hauptfassung‘ bezeichnet. Fisching beschrieb den Grundbestand des Sommerteils (126 Legenden) und des Winterteils (124 Legenden, Gregorius auf dem Stein: Nr. 42) und verzeichnete 78 Handschriften: 39 mit dem Sommerteil, 28 mit dem Winterteil, 4 mit anderer Kalenderordnung, 4 fragmentarische und 3 spätere Abschriften (S. 69–79). Er erstellte auch eine Liste von 31 hochdeutschen Drucken aus dem Zeitraum 1471–1521 und acht niederdeutschen Drucken aus dem Zeitraum 1480–1517 (S. 83). Er beschrieb außerdem eine nach seiner Datierung zwischen 1430 und 1447 entstandene Überarbeitung: „Wahrscheinlich im Zuge der Klosterreformen entstand das Bedürfnis, ein Legendar zu besitzen, das für jeden Tag eine Legende verzeichnet und das eventuell als Tischlektüre Verwendung finden konnte. Man nahm den Bestand des PP [= Prosapassional] und füllte die nicht belegten Tage mit neuen, aus verschiedenen Quellen zusammengestellten Legenden auf.“ (S. 85) Auf diese Weise wurde der Bestand der Sammlung von 250 auf 365 Legenden vermehrt. Der Gregorius auf dem Stein erfuhr dabei auch eine sprachliche und inhaltliche Überarbeitung. Diese Überarbeitung nannte Fisching die ‚Redaktion‘. Sie wird heute zwischen 1407 und 1434 datiert [Geschichtsquellen]. Von den 17 heute bekannten Textzeugen dieser Fassung [Handschriftencensus] enthalten vermutlich nur drei den Gregorius auf den Stein.

1976 fügte Werner Williams-Krapp [Wikipedia] Fischings Aufstellung 76 Handschriften und 3 oberdeutsche Drucke hinzu [RI OPAC]. Da eine der neuen Handschriften auf das Jahr 1421 datiert ist, konnte er die untere Zeitgrenze um sieben Jahre nach oben rücken. Er empfahl außerdem, die Bezeichnung Prosapassional aufzugeben. Dem schroffen Ende der Drucküberlieferung im Norden und im Süden erklärte Williams-Krapp mit der Reformation: „Im Jahre 1521 erfährt das HL [Der Heiligen Leben] durch Martin Flach in Straßburg seine letzte Druckauflage. Luthers ablehnende Stellung zum Heiligenkult und zu den Legenden, die er später als ‚Lügenden‘ verspottet, dürfte wesentlich dazu beigetragen haben, daß das Legendar sein Publikum verlor und die Drucker keine weiteren Auflagen mehr wagten.“ (S. 300) Fischings Verzeichnis über die Handschriften mit der ‚Redaktion‘ fügte Williams-Krapp das Marburger Fragment mit dem Gregorius auf dem Stein hinzu, das Wolfgang Stammler 1963 ediert hatte (S. 17–19) [GVK]. Williams-Krapps Hauptarbeit von 1986 zu den deutschen und niederländischen Legendaren des Mittelalters ist in Straßburg nicht verfügbar [auszugsweise abrufbar]. 1994 befasste er sich mit dem ‚Bamberger Legendar‘, das nach erst 1990 in Bamberg entdeckten Fragmenten benannt ist [GVK]. Es wird heute als Vorstufe von Der Heiligen Leben angesehen. Es ist in drei Fragmenten und einer Handschrift (I4) überliefert [Handschriftencensus]. Nur diese Handschrift enthält den Gregorius auf dem Stein, der also zum Grundbestand des Legendars gehörte. In den folgenden Verzeichnissen des ‚Gottfried-Portals‘ wird das ‚Bamberger Legendar‘ nicht von der ‚Nürnberger Hauptfassung‘ getrennt.

Spezielle Untersuchungen zum Gregorius auf dem Stein entstanden parallel. 1967 interessierte sich der spätere SPD-Abgeordnete Olaf Schwencke [Wikipedia] für die Version im Lübecker Mohnkopfplenars, die im Folgenden die ‚Mohnkopfdruckerfassung‘ genannt wird [RI OPAC], und druckte die Fassung von 1492 ab. Die Identität des anonymen Lübeckers, der drei Mohnköpfe als Druckermarke benutzte, war lange umstritten. Heute wird er mit dem Kaufmannssohn Hans van Ghetelen [abrufbar] gleichgesetzt. 1978 widmete der Hartmann-Experte Volker Mertens [Wikipedia] der Gregorius-Rezeption einen umfangreichen Abschnitt in seiner Habilitationsschrift (S. 105–152) [GVK] und redigierte 1981 den entsprechenden Eintrag zum Verfasserlexikon des deutschen Mittelalters [MRFH]. Hier verzeichnete er drei Handschriften der ‚Mittelfränkischen Fassung‘, die er für unabhängig von Hartmanns Gregorius hielt. Er leitete sie über die Südmittelniederländische Legenda aurea von der Vie du pape saint Grégoire ab. Von dieser Sammlung sind 65 Handschriften bekannt [Handschriftencensus]. Von den neun Handschriften, die im ‚Handschriftencensus‘ pauschal als ‚Prosalegenden‘ des Gregorius verzeichnet sind, gehören vier dazu, diejenigen in Düsseldorf, Göttingen, Köln und Paris [Handschriftencensus]. Die Handschriften in Innsbruck (I4) und Karlsruhe (D1) sind eher zur ‚Nürnberger Hauptfassung‘ zu rechnen. Die seit 1921 verschollene Würzburger Handschrift entstellte Aquitania zu torma und scheint einem selbständigen Zweig angehört zu haben. Die Liste der Textzeugen mit der ‚Mittelfränkischen Fassung‘ ist also vermutlich auf sechs zu reduzieren. Diese Version ist nur einmal ediert worden (Stammler 1933), aber noch nicht als Digitalisat verfügbar.

Die ursprüngliche Fassung der Legenda aurea des italienischen Dominikaners Jacobus de Voragine [Wikipedia] enthielt rund 150 Heilige, unter ihnen Gregor den Großen, der als Gregor I. von 590 bis 604 Papst war und 1295 heiliggesprochen wurde [Wikipedia]. Er ist nicht mit dem Aquitanier Gregorius zu verwechseln. Dieser falsche Heilige fand erst relativ spät Aufnahme in die Legenda aurea neben seinem italienischen Namensvertter. Es ist unklar, ob es über die Südmittelniederländische Legenda aurea geschah. Anscheinend stammt diese abweichende Erzählung von Gregorius auf dem Stein aus der Gesta Romanorum-Tradition. Auf jeden Fall ist sie ab 1480 in Lübecker Drucken belegt. Folgende Intertextualität ist also vorstellbar: Vie du pape saint Grégoire > Gesta Romanorum > Südmittelniederländische Legenda aurea > Lübecker Plenar. Diese Fassung wurde einerseits der Vollständigkeit halber, andererseits wegen der Ikonographie auf der vorliegenden Seite des ‚Gottfried-Portals‘ berücksichtigt, obwohl sie allem Anschein nach von Hartmanns Gregorius unabhängig ist.

Die beiden maßgeblichen Arbeiten zum Gregorius auf dem Stein sind diejenigen von Bernward Plate 1983 [GVK] und Sylvie Kohushölter 2006 [auszusgsweise abrufbar]. Beide konzentrierten sich auf die handschriftliche Überlieferung. Plate druckte die ‚Redaktion‘ nach M17 synoptisch neben zwei Handschriften der ‚Nürnberger Hauptfassung‘ F1 und I4 ab. Kohushölter interessierte sich mehr für die Druckgeschichte als Plate und trennte die ‚Mohnkopfdruckerfassung‘ deutlich von der ‚Nürnberger Hauptfassung‘. Weder Plate noch Kohushölter gingen auf die Ikonographie ein.

In den folgenden Notizen wird der Umfang für niederdeutsche Drucke nach Borchling/Claussen (1931/1936 [GVK], BC), für hochdeutsche Drucke nach dem ‚Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts‘ (VD16) angegeben und, wenn keine Angabe vorliegt, ohne Rücksicht auf eventuelle Foliierungsfehler nach der letzten Blattzahl berechnet. Der ‚Gesamtkatalog der Wiegendrucke‘ (GW) zählt die Exemplare meist pauschal und gibt nicht immer an, ob sie eventuell nur den Winterteil oder den Sommerteil enthalten. Als Titel wird der erste passende Satz der Drucke angegeben, auch wenn er sich in einer zweiteiligen Ausgabe auf den Sommerteil bezieht. Eine Standortsuche wurde nur bei seltenen Ausgaben unternommen.

Inhaltsverzeichnis

  • Handschriften der ‚Nürnberger Hauptfassung‘
  • Frühneuzeitliche Editionen der ‚Nürnberger Hauptfassung‘
  • Falsche und fragwürdige Hinweise auf Editionen der ‚Nürnberger Hauptfassung‘
  • Moderne Editionen der ‚Nürnberger Hauptfassung‘
  • Handschriften der ‚Redaktion‘
  • Moderne Editionen der ‚Redaktion‘
  • Handschriften der ‚Mittelfränkischen Fassung‘
  • Moderne Edition der ‚Mittelfränkischen Fassung‘
  • Frühneuzeitliche Editionen der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘
  • Verschollene Edition der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘
  • Moderne Editionen der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘
  • Textproben aus dem Anfang der ‚Nürnberger Hauptfassung‘
  • Textproben aus dem Anfang der ‚Redaktion‘
  • Textproben aus dem Anfang der ‚Mittelfränkischen Fassung‘
  • Textproben aus dem Anfang der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘
  • Textproben aus dem Anfang der Gesta Romanorum-Fassung

Handschriften der ‚Nürnberger Hauptfassung‘

  • Augsburg, Staats- und Stadtbibliothek, 2° Cod. 153, 384 Blätter, Papier, zweispaltig, 1458, ostschwäbisch [Handschriftencensus], Bl. 81vb–86ra (Sigle A2)
  • Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2° 25, 228 Blätter, Papier, zweispaltig, 2. Viertel 15. Jh., nordbairisch [Handschriftencensus], Bl. 214rb–224rb (Sigle Hr8) [Teilabbildung: Kohushölter 2006, S. 293 (Bl. 214v); Abdruck: ebd. S. 138–166]
  • Berlin, Staatsbibliothek, mgf 1251, 254 Blätter, Pergament, zweispaltig, frühes 15. Jh., nordbairisch [Handschriftencensus], Bl. 90vb–95rb (Sigle B6)
  • Brixen, Bibliothek des Priesterseminars, Cod. A 2 (Nr. 2), 344 Blätter, Papier, zweispaltig, 1472, bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 113vb–138vb (Sigle Bx3)
  • Brixen, Klarissenkloster, Cod. S 6 / Ms. 45, 451 Blätter, Papier, zweispaltig, Mitte 15. Jh., bairisch [Handschriftencensus], Bl. 203vb–214vb (Sigle Bx2)
  • Colmar, Bibliothèque municipale, Ms. 343 (Kat.-Nr. 364), 215 Blätter, Papier, zweispaltig, Mitte 15. Jh., Mundart unbekannt [Handschriftencensus], Bl. 16vb–23vb (Sigle Co3)
  • Erlangen, Universitätsbibliothek, Ms. B 21, 464 Blätter, Papier, zweispaltig, zweite Hälfte 15.Jh., südalemannisch [Handschriftencensus], Bl. 182ra–191vb (Sigle El1)
  • Frankfurt/M., Universitätsbibliothek, Ms. Praed. 7, 407 Blätter, Pergament und Papier, zweispaltig, 1431, bairisch [Handschriftencensus], Bl. 151ra–158va (Sigle F1) [abrufbar; Abdruck: Plate 1983, S. 41–169; Brand 2004, S. 234–245)
  • Graz, Universitätsbibliothek, Ms. 1961, 166 Blätter, Papier, einspaltig, 1462, bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 139r–146v (Sigle Gr4)
  • Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cpg 31, 276 Blätter, Papier, zweispaltig, 1471, schwäbisch [Handschriftencensus], Bl. 128/126vb–136/134rb (Sigle H1) [abrufbar]
  • Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cpg 119, 183 Blätter, Papier, einspaltig, 1461/1474, südrheinfränkisch [Handschriftencensus], Bl. 115r–134v (Sigle H3) [abrufbar; Abdruck: Martens 1883, S. 1–14 (GVK)]
  • Innsbruck, Landesmuseum Ferdinandeum, Cod. FB 481, 419 Blätter, Papier, zweispaltig, 1470, bairisch [Handschriftencensus], Bl. 147ra–156va (Sigle I1) [Abdruck: Zingerle 1873, S. 1–23 (abrufbar)]
  • Innsbruck, Universitäts- und Landesbibliothek, Cod. 133, 392 Blätter, Papier, zweispaltig, 1442, bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 144vb–152rb (Sigle I3)
  • Innsbruck, Universitäts- und Landesbibliothek, Cod. 631, 272 Blätter, Papier, einspaltig, 1466/1470, ostfränkisch [Handschriftencensus], Bl. 254r–271r (Sigle I4) [Abdruck: Plate 1983, S. 40–168; Teilabbildung: Kohushölter 2006, S. 294 (Bl. 254r)]
  • Karlsburg (Alba Iulia), Biblioteca Bátthyáneum, Cod. R I 147 (Kat.-Nr. 147), 191 Blätter, Papier (?), einspaltig, 1454/1463, bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 104r–112r (Sigle Al1)
  • Karlsruhe, Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 117, 189 Blätter, Papier, einspaltig, Mitte um 1454, schwäbisch [Handschriftencensus], Bl. 97r–118r (Sigle D1) [abrufbar]
  • Karlsruhe, Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 447a, 466 Blätter, Papier, zweispaltig, 1485, oberdeutsch [Handschriftencensus], Bl. 182ra–191ra (Sigle D3) [abrufbar]
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 208, 225 Blätter, Papier, zweispaltig, 2. Hälfte 15. Jh., bairisch [Handschriftencensus], Bl. 79va–83va (Sigle M2)
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 280, 406 Blätter, Papier, zweispaltig, 1461, bairisch [Handschriftencensus], Bl. 148ra–155ra (Sigle M7)
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 504, 249 Blätter, Papier, zweispaltig, 1475, mittelbairisch [Handschriftencensus], Bl. 89va–93rb (Sigle M13) → Gregorius auf dem Stein vermutlich illustriert: „135 Federzeichnungen jeweils zu Legendenbeginn“ (Schneider 1978, S. 23 [abrufbar])
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 540, 301 Blätter, Papier, zweispaltig, 1468, mittelbairisch [Handschriftencensus], Bl. 95rb–100va (Sigle M20)
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 541, 275 Blätter, Papier, zweispaltig, 1472, bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 117ra–123vb (Sigle M21)
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 840, 373 Blätter, Papier, einspaltig, 4. Viertel 15. Jh., bairisch [Handschriftencensus], Bl. 8v–41v (Sigle M24) [abrufbar]
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 1103, 447 Blätter, Pergament und Papier, zweispaltig, 1458, nordbairisch [Handschriftencensus], Bl. 88ra–89rb (Sigle M25)
  • München, Universitätsbibliothek, 2° Cod. ms. 311, 305 Blätter, Papier, zweispaltig, 1452, ostschwäbisch [Handschriftencensus], Bl. 96vb–102rb (Sigle M45)
  • Nürnberg, Stadtbibliothek, Cod. Cent. IV, 79, 235 Blätter, Papier, zweispaltig, 1430, bairisch [Handschriftencensus], Bl. 142va–149ra (Sigle N7)
  • Nürnberg, Stadtbibliothek, Solg. Ms. 36.2°, 404 Blätter, Papier, zweispaltig, 2. Viertel 15. Jh., nordbairisch [Handschriftencensus], Bl. 120vb–1427vb (Sigle N8)
  • Salzburg, Stiftsbibliothek Nonnberg, Cod. 28 D 1, 235 Blätter, Papier, zweispaltig, 1453, bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 86rb–91ra (Sigle Sb1)
  • Salzburg, Stiftsbibliothek St. Peter, Cod. b XII 19a, 246 Blätter, Papier, zweispaltig, 3. Viertel 15. Jh., schwäbisch [Handschriftencensus], Bl. 91rb–96ra (Sigle Sb5)
  • Florian, Stiftsbibliothek, Cod. XI 224A, 423 Blätter, Papier, zweispaltig, 1447, schwäbisch [Handschriftencensus], Bl. 153ra–161ra (Sigle Sf1)
  • Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 806, 210 Blätter, Papier, einspaltig, um 1500, ostfränkisch [Handschriftencensus], S. 91/Bl. 186r –98/Bl. 189v (Sigle Sg2) [abrufbar] → der Anfang fehlt (Sg2 beginnt in Plates Abdruck von F1 auf Seite 117, zwei Drittel sind also verloren, von Bl. 182–185 (zwischen S. 90 und 91) sind nur die Ränder mit wenigen Buchstaben erhalten)
  • Stuttgart, Landesbibliothek, Cod. HB XIV 20,1, 274 Blätter, Papier, zweispaltig, 1453, schwäbisch [Handschriftencensus], Bl. 94vb–99vb (Sigle S1)
  • Tübingen, Universitätsbibliothek, Cod. Md 118, 436 Blätter, Papier, zweispaltig, 15. Jh., oberdeutsch (?) [Handschriftencensus], Bl. 154va–158ra (Sigle T3)
  • Wien, Bibliothek des Theresianums, Cod. 4° 33, 299 Blätter, Papier, einspaltig (?), Mitte 15. Jh., bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], S. 117–194 (Sigle W9)
  • Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 2883, 577 Blätter, Papier, einspaltig, Mitte 15. Jh., bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], S. 410–430 (Sigle W2)
  • Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 13695, 411 Blätter, Papier, zweispaltig, um 1453, bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 145rb–153rb (Sigle W6)
  • Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Ser. nova 15166, 409 Blätter, Papier, zweispaltig, Mitte 15. Jh., bairisch-österreichisch [Handschriftencensus], Bl. 140vb–148va (Sigle W8)
  • Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. 1.D Aug. 2°, 258 Blätter, Papier, zweispaltig, 15. Jh., bairisch [Handschriftencensus], Bl. 95vb–100vb (Sigle Wo2)
  • Würzburg, Franziskanerkloster, Cod. I 100 (seit 1921 verschollen), 278 Blätter, Papier, einspaltig, 15. Jh., oberdeutsch [Handschriftencensus], Bl. 264v–276r → das Incipit Es war ein man ze torma spricht gegen die im ‚Handschriftencensus‘ vorgeschlagene Zugehörigkeit zur ‚Mittelfränkischen Fassung‘ und für die Existenz eines selbständigen Zweigs

Frühneuzeitliche Editionen der ‚Nürnberger Hauptfassung‘

  • Zainer 1471 (25.10), Günther (Hrsg.): Hie hebt sich an der heilige[n] leben. Augsburg [GW M11402], [98]va–[102]vb [abrufbar] → ca. 260 ungezählte Blätter (ohne Kustoden), 46 Exemplare (GW)
  • Sensenschmidt 1475 (28.7), Hans (Hrsg.): Hie hebet sich an das summerteyl der heyligen leben. Nürnberg [GW M11410], Bl. 262rb–265vb [abrufbar] → 401 Blätter (foliiert i–ccclxxxxix), 15 Exemplare (GW)
  • Sorg 1478 (22.8), Anton (Hrsg.): Hye endet der heyligen leben das wintterteyl. Augsburg [GW M11391], Bl. 187r–198v [abrufbar] → ca. 500 Blätter (foliiert i–cccclxxxxv, im Online-Exemplar fehlen die ersten Blätter), 12 Exemplare (GW)
  • Bämler 1480 (26.6), Johann (Hrsg.): Hie hebt an dz passional, das ist der heiligen lebe[n] in dem winterteil. Augsburg [GW M11362], Bl. 163v–170v [abrufbar] → 437 Blätter (modern foliiert 2–435), 12 Exemplare (GW)
  • Feyner 1481 (12.11), Konrad (Hrsg.): Hie hebt sich an der heilige[n] leben Jn dem winterteil. Urach [GW M11425], Bl. 100r–103v [abrufbar] → 269 Blätter (foliiert i–cclxviij), 21 Exemplare (GW)
  • Sorg 1481 (8.12), Anton (Hrsg.): Hie hebt sich an das passional, das ist der heilige[n] leben in dem wintterteil. Augsburg [GW M11394], Bl. 169v–177r [abrufbar] → 447 Blätter (foliiert v–cccxlviij), 7 Exemplare (GW)
  • Schönsperger 1482 (19.10), Johann (Hrsg.): Hie hebt sich an das löblich buoch passional, das ist der heyligen leben. Augsburg [GW M11366] → 436 Blätter, 9 Exemplare (GW)
  • Prüss 1483, Johann (Hrsg., ermittelt): Hie hebt an das passional das ist der heiligen leben in dem winterteil. [Straßburg], Bl. 108r–112v [GW M11424] → 288 Blätter (foliiert i–cclxxxvii), 9 Exemplare (GW), ohne Druckangaben, datiert 1483/1485 (GW), die beiden Online-Exemplare enthalten nur den Sommerteil, Beschreibung, Abbildung und Textprobe nach dem Straßburger Exemplar (BNUS, K.2.349)
  • Schönsperger 1485 (10.1), Johann (Hrsg.): In dem namen der heyligen vnd unteilbern triualtikeyt Amen Hebt sich an das löblich puoch passional genannt das ist d[er] heiligen lebe[n] vn[d] mitname[n] dz winterteil. Augsburg [GW M11369], Bl. 161v–169v [abrufbar] → 436 Blätter (foliiert ij–ccccxxxv), 13 Exemplare (GW)
  • Schönsperger 1487 (3.7), Johann (Hrsg.): Hie hebt sich an das Register über daz winterteyl. Augsburg [GW M11373] → Umfang unbekannt, 6 Exemplare (GW)
  • Sorg 1488 (24.11), Anton (Hrsg.): Hie hebt sich an ei[n] loblichs vnd nutzliches buoch genant dz passional, das ist der heiligen leben in de[m] wintter. Augsburg [GW M11400], Bl. 125v–177r [abrufbar] → 326 Blätter (foliiert iij–cccxxvj), 4 Exemplare (GW)
  • Koberger 1488 (5.12), Anton (Hrsg.): Hie hebt sich das summer tayl der heyligen leben. Nürnberg [GW M11407], Bl. 251v–254v [abrufbar] → 387 Blätter (foliiert i–ccclxxxv), 105 Exemplare (GW)
  • Schönsperger 1489 (18.8), Johann (Hrsg.): Hye hebt sich an dz wynterteyl der heyligen leben. Augsburg [GW M11379], Bl. 118ra–123ra [abrufbar] → 312 Blätter (foliiert iii–cccxii), 10 Exemplare (GW)
  • Schobser 1494 (24.7), Johann (Hrsg.): [Titel unbekannt]. Augsburg [GW M11364] → Umfang unbekannt, 4 Exemplare (GW), drei der bekannten Exemplare sind defekt, insbesondere fehlen die Titelblätter, die Holzschnitte sind mit denjenigen von Sorg 1488 identisch (Schreiber 1911, S. 20 (Nr. 4316) [abrufbar])
  • Schönsperger 1496 (3.12), Johann (Hrsg.): Das register hebt sich hie an über das wintter tayl. Augsburg [GW M11384] → 312 Blätter, 2 Exemplare (GW), die Holzschnitte gleichen denjenigen von Schönsperger 1489, einige sind mit denjenigen von Schobser 1494 identisch (Schreiber 1911, S. 20 (Nr. 4317) [abrufbar]; BMC 1912, S. 370 [PDF])
  • Schönsperger 1499 (5.8), Johann (Hrsg.): Hie hebt sich an das winterteil der heiligen leben. Augsburg [GW M11388] → Umfang unbekannt, 10 Exemplare (GW), die Holzschnitte gleichen denjenigen von Schönsperger 1496 (Schreiber 1911, S. 20 (Nr. 4319) [abrufbar])
  • Schönsperger 1501 (22.10 = am freytag nach sant Gallen tag [16.10]), Johann (Hrsg.): Hie hebt sich an das wintterteil der heiligen leben. Augsburg 1501 [VD16 H 1470], Bl. 118ra–123ra [abrufbar] → 307 Blätter (foliiert iii–cccxii), 3 Exemplare (VD16)
  • Grüninger 1502 (1.3 = montag nach sant Mathis tag [24.2]), Johann (Hrsg.): Hie hebt sich an das winterteil der heiligen leben. Straßburg [VD16 H 1471], Bl. 73vb–77vb [abrufbar] → 204 Blätter (foliiert ii–cc), 7 Exemplare (VD16), der Winterteil wurde als zweiter Teil zusammen mit dem Sommerteil ediert, im Online-Exemplar fehlt das erste Blatt des Sommerteils, Beitrag von Sebastian Brant mit einem das Straßburger Münster darstellenden Holzschnitt (Bl. 199v [abrufbar])
  • Otmar 1507, Johann (Hrsg.): Hie hebt sich an das wintertail der hailigen leben. Augsburg [VD16 H 1472], Bl. 118ra–123ra [abrufbar] → 312 Blätter (foliiert iii–cccxii), 2 Exemplare (Boston, Freiburg)
  • Grüninger 1510 (18.3 = montag vor dē palmtag [24.3]), Johann (Hrsg.): Der heiligen leben nüw getruckt Mit vil schönen figure[n] vnd etliche[n] zůsatz andrer Heilige[n] lieplich zů lesen. Straßburg [VD16 H 1474], Bl. II, 73vb–77vb [abrufbar] → 390 Blätter (foliiert i–clxxxiii, ii–cc), 6 Exemplare (VD16), mit demselben Beitrag von Sebastian Brant wie Grüninger 1502
  • Hupfuff 1513 (20.6 = montag vor Johannis des teuffers [24.6]), Mathias (Hrsg.): Der heiligen leben neüw getruckt. Straßburg [VD16 H 1477], Bl. II, 73va–76vb [abrufbar] → 372 Blätter (foliiert ii–clxxvi, ii–cxcvi), 4 Exemplare (Augsburg [WorldCat], Nürnberg [VD16], Straßburg [Katalog], Weberbach [WorldCat]), mit demselben Beitrag von Sebastian Brant wie Grüninger 1502 und 1510, aber mit einem neuen Holzschnitt aus dem Laienspiegel (Hupfuff 1510, Bl. A 1v [abrufbar])
  • Grüninger 1513 (31.8 = vff Mitwoch nach sant Johannis enthaubtung tag [29.8], Johann (Hrsg.): Der Heilgen Leben Summer vnd Winterteil, mit me Heilgen dan vor getruckt sein eins teils hie verzeichnett. Straßburg [VD16 H 1478] → 322 Blätter (anscheinend foliiert bis 150 und 172), 2 Exemplare (Zürich [Katalog] und unbekannter Besitzer eines 2020 in Hamburg für 10.000 € erworbenen Exemplars [abrufbar])
  • Otmar 1513 (20.9 = sant Mattheus abendt [21.9]), Johannes (Hrsg.): Der hailgen leben wintertail. Augsburg [VD16 H 1475], Bl. 106va–111rb [abrufbar] → 282 Blätter (foliiert ii–cclxxxii), 3 Exemplare (VD16)
  • Knoblauch 1517 (1.9), Johann (Hrsg.): Der heilige[n] leben neüw getruckt. Straßburg [VD16 H 1480] → 443 Blätter (foliiert bis ccv und ccxviii), 6 Exemplare (VD16)
  • Miller 1518 (11.4 = Jn Vigilia Pasche [12.4]), Johann (Hrsg.): Das Passional oder der Hayligen leben das winter tail. Augsburg [VD16 H 1481], Bl. 64rb–67rb [abrufbar] → 173 Blätter (foliiert i–clxxii), 2 Exemplare (VD16)
  • Flach 1521 (30.8 = Freitag nach sant Bartholomeus tag [24.8]), Martin (Hrsg.): Der heiligen leben neü getruckt. Straßburg [VD16 H 1482], Bl. II, 82rb–86ra [abrufbar] → 424 Blätter (foliiert ii–ccv, iii–ccxviii), 3 Exemplare (VD16)

Falsche und fragwürdige Hinweise auf Editionen der ‚Nürnberger Hauptfassung‘

  • Plate 1983, S. 17: „1494 Augsburg Johann Schönsperger Hain 9983“. Diese Ausgabe enthält nur den Sommerteil [GW M11383]. Die entsprechende Ausgabe mit dem Winterteil erschien erst 1496.
  • Plate 1983, S. 17: „1507 Augsburg Johannes Miller Weller 415“. Weller (1864, S. 48 [abrufbar]: „415. Das Passional oder der Hailigen Leben, Summer vnd winter tail. Augßpurg, Hanß Miller. 1507. Fol. m. Holzsch. – Mozler no. 368“. 1809 verzeichnete der Freisinger Antiquar Joseph Matthias Mozler 409 Drucke, die in Georg Wolfgangs Panzers Annalen fehlten (1809 [GVK]; Panzer 1788, S. 410–422 [abrufbar]). Johannes Miller ist von 1514 bis 1520 als Drucker in Augsburg belegt (Steiff 1885, S. 747f. [abrufbar]). Das Jahr 1507 scheint also falsch zu sein. Gemeint ist vielleicht der heute anscheinend nicht mehr vorhandene Sommerteil, der 1517 erschienen sein könnte. Für den Winterteil kommt eine Verwechselung mit Millers Ausgabe von 1518 in Frage.
  • Plate 1983, S. 17: „1480 Lübeck Luces Brandis. Goff J 170“. Diese Ausgabe enthält eine wohl von Hartmanns Gregorius unabhängige Bearbeitung der auf die Vie du pape saint Grégoire zurückgehenden Gesta Romanorum-Fassung. Sie ist vielleicht schon im ersten undatierten Plenar enthalten, das Lukas Brandis um 1475 druckte: Evangelia durch das ganze Jahr mit der Glosse. [Lübeck] [GW 34205, BC 8, 2 Exemplare]. Die von Plate erwähnte Edition hat keine Druckangaben: Brandis 1478, Lukas (Hrsg.): Hie heuet sik an dat winterdel. [Lübeck 1478/1480] [GW M11509], Bl. [87]r–[90]r [abrufbar] → 416 ungezählte Blätter, 19 Exemplare (GW), BC 34.
  • Plate 1983, S. 17: „1487 Magdeburg Simon Koch Borchling 118“. Weitere Ausgabe der Gesta Romanorum-Fassung: Koch 1487 (7.3), Simon (Hrsg., ermittelt): Hijr begint dat winter deel des passionales van allen hilligen. [Magdeburg] [GW M11513], Bl. I, 90va–94va [abrufbar] → 454 Blätter (foliiert ii–cclvi, i–cxcv), 13 Exemplare (GW), BC 118.
  • Plate 1983, S. 17: „1488 Lübeck Stefan Arndes Hain 9990“. Weitere Ausgabe der Gesta Romanorum-Fassung: Arndes 1488 (23.6: sūte Johannes baptisten auende [24.6]), Steffen (Hrsg.): Hyr heuet sik an dat leuent vnde dat Passional von alle[n] hillighen. Lübeck. [GW 11501], Bl. 103v–[?] (Auszüge: Kohushölter 2006, S. 182f.) → 512 Blätter (foliiert i–ccxx, i–cclxxxv), 2 Exemplare (GW), BC 131, 259 Holzschnitte.
  • Plate 1983, S. 17: „1492 Lübeck Stefan Arndes Hain 9991“. Weitere Ausgabe der Gesta Romanorum-Fassung: Arndes 1492 (19.11: dē dach sunte Elizabeth), Steffen (Hrsg.): Das Passionael effte leue[n]t vnde lydent de hyllighen. Lübeck [GW M11503], Bl. 280vb–284rb [abrufbar] → 420 Blätter (foliiert i–ccccxviij), 21 Exemplare (GW), BC 202.
  • Plate 1983, S. 17: „1499 Lübeck Stefan Arndes Hain 9992“. Weitere Ausgabe der Gesta Romanorum-Fassung: Arndes 1499 (23.4: dach sunte Jurgens), Steffen (Hrsg.): Der hyllyghen lenent [!] vnde lydent Anders gehenomet Passionael. Lübeck [GW M11506], Bl. 293vb–297ra [abrufbar] → 408 Blätter (foliiert i–ccccxiiij), 21 Exemplare (GW), BC 314.
  • Plate 1983, S. 17: „1507 Lübeck Stefan Arndes Borchling 416“. Weitere Ausgabe der Gesta Romanorum-Fassung: Arndes 1507 (14.8: auent der hēmeluart Marien [15.8]), Steffen (Hrsg.): Passionael efte dat leuent der hyllighē. Lübeck [VD16 H 1483], Bl. II, 81ra–84vb [abrufbar] → 468 Blätter (foliiert ii–ccxxxiij, ii–ccxxvij), 15 Exemplare (VD16/BC: Berlin, Greifswald, Halle, Hamburg (2), Kiel, Königsberg, Kopenhagen, Lübeck, Lüneburg, München, Rostock, Schweinfurt, Wien, Wolfenbüttel), BC 416.
  • Plate 1983, S. 18: „1511 Basel Adam Petri Adams 2,237 Nr. 1014“. Weitere Ausgabe der Gesta Romanorum-Fassung: Adam 1511, Petri (Hrsg.): Passionael efte Dat leuent der hyllighen. Basel [VD16 H 1484], Bl. II, 91ra–94vb [abrufbar (Bild 774–781)] → 526 Blätter (foliiert ii–ccliiii, ii–cclviii), 11 Exemplare (VD16/BC: Berlin, Göttingen, Köln, Linköping, London, Lübeck, München, Nürnberg, Wernigerode, Wien, Wolfenbüttel), BC 497, niederdeutsch, mit demselben Beitrag von Sebastian Brant und demselben Holzschnitt wie Grüninger 1502 und 1510 (Bl. II, 257v [abrufbar]).
  • Plate 1983, S. 18: „1517 Basel Adam Petri Borchling 592“. Weitere Ausgabe der Gesta Romanorum-Fassung: Adam 1517, Petri (Hrsg.): Passionael efte Dat leuent der hyllighen. Basel [VD16 H 1485 + VD16 ZV 7572], Bl. II, 91ra–94vb [abrufbar] → 526 Blätter (foliiert ii–cclxiiii, iiij–cclvii), niederdeutsch, 15 Exemplare (VD16/BC: Berlin, Bremen, Göttingen, Greifswald, Hamburg, Köln, Königsberg/Kaliningrad, Kopenhagen, Lübeck, Lüneburg, Münster, Plathe/Płoty, Rostock, Wien, Wolfenbüttel), BC 592, mit demselben Beitrag von Sebastian Brant und demselben Holzschnitt wie Grüninger 1502 und 1510 und Petri 1511 (Bl. II, 257v [abrufbar]).

Moderne Editionen der ‚Nürnberger Hauptfassung‘

  • Zingerle 1873, Ignaz Vinzenz (Hrsg.): Von Sant Gregorio auf dem Stain und von Sant Gerdraut aus dem Winter-Teile des Lebens der Heiligen. Innsbruck, S. 1–23 [abrufbar] → Abdruck von I1
  • Martens 1883, Wilhelm (Hrsg.): Historia de Sancto Gregorio Papa. Eine Prosaerzählung nach dem Gregorius Hartmanns von Aue. Nach einer Heidelberger Hs. des XV. Jahrhunderts Cod. Pal. No. 119 hrsg. von W.M. Tauberbischofsheim, S. 1–14 [GVK] → Abdruck von H3
  • Rüttgers 1913, Severin (Hrsg.): Der Heiligen Leben und Leiden, anders genannt das Passional. Teil 1. Winterteil. Leipzig, S. 154–166 [GVK]; wieder in: Der Heiligen Leben und Leiden. Das sind die schönsten Legenden aus den deutschen Passionalen des 15. Jahrhunderts ausgewählt und übertragen von S.R. Leipzig 1922, S. 380–393 [GVK] → modernisierende Wiedergabe unbekannter Vorlage (1922-Ausgabe nicht eingesehen)
  • Plate 1983, Bernward (Hrsg.): Gregorius auf dem Stein. Frühneuhochdeutsche Prosa (15. Jh.) nach dem mittelhochdeutschen Versepos Hartmanns von Aue. Die Legende (Innsbruck UB Cod. 631), der Text aus dem ‚Heiligen Leben‘ und die sogenannte Redaktion. hrsg. und kommentiert von B.P. Darmstadt (= Texte zur Forschung 39) [GVK], S. 40–169; 21994 [GVK] → synoptischer Abdruck von F1, I4 und M17
  • Brand 2004, Margit [u.a.] (Hrsg.): Der Heiligen Leben. Bd. 2. Der Winterteil. Hrsg. von M.B., Bettina Jung und Werner Williams-Krapp. Tübingen (= Texte und Textgeschichte 51), S. 234–245 [auszugsweise abrufbar] → Abdruck von F1
  • Kohushölter 2006, Sylvia (Hrsg.): Die lateinische und deutsche Rezeption von Hartmanns von Aue ‚Gregorius‘ im Mittelalter. Untersuchungen und Editionen. Tübingen (= Hermaea N.F. 111), S. 138–166 [auszugsweise abrufbar] → Abdruck von Hr8

Handschriften der ‚Redaktion‘

  • Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. III.1.2° 2, 387 Blätter, Papier, zweispaltig, 1447, nordbairisch [Handschriftencensus], Bl. 284ra–291rb (Sigle Hr4)
  • Marburg, Universitätsbibliothek, Ms. 537, 11 Blätter und 11 Blattreste (Fragment), Papier, zweispaltig, 15. Jh., mittelbairisch [Handschriftencensus], Bl. 7r, 3v, 3r, 4r, 4v (Sigle Mr1) [Abdruck: Stammler 1963, S. 17–19 (GVK)]
  • München, Staatsbibliothek, Cgm 537, 468 Blätter, Papier, zweispaltig, 15. Jh., mittelbairisch [Handschriftencensus], Bl. 329va–337rb (Sigle M17) [abrufbar; Abdruck: Plate 1983, S. 40–168 (GVK)]

Moderne Editionen der ‚Redaktion‘

  • Stammler 1963, Wolfgang (Hrsg.): Spätlese des Mittelalters. I. Weltliches Schrifttum. Aus den Handschriften hrsg. und erläutert von W.S. Berlin (= Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit 16), S. 17–19 [GVK] → Abdruck von Mr1
  • Plate 1983, Bernward (Hrsg.): Gregorius auf dem Stein. Frühneuhochdeutsche Prosa (15. Jh.) nach dem mittelhochdeutschen Versepos Hartmanns von Aue. Die Legende (Innsbruck UB Cod. 631), der Text aus dem ‚Heiligen Leben‘ und die sogenannte Redaktion. hrsg. und kommentiert von B.P. Darmstadt (= Texte zur Forschung 39) [GVK], S. 40–169; 21994 [GVK] → synoptischer Abdruck von F1, I4 und M17

Handschriften der ‚Mittelfränkischen Fassung‘

  • Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1687, 336 Blätter, Papier, zweispaltig, 1463, ripuarisch [Handschriftencensus], Bl. 150vb–154ra (Sigle B16)
  • Düsseldorf, Universitäts- und Landesbibliothek, Ms. C 20, 247 Blätter, Papier, zweispaltig, 1440/1485, mittelfränkisch [Handschriftencensus], Bl. 241ra–2454rb (Sigle Dü1) [Abdruck: Stammler 1963, S. 9–17 (GVK)]
  • Göttingen, Staats- und Universitätsbibliothek, 8° Cod. Ms. theol. 200, 372 Blätter, Pergament und Papier, einspaltig, 1456, mittelfränkisch [Handschriftencensus], Bl. 213r–233r (Gö1)
  • Hamburg, Staats- und Universitätsbibliothek, Cod. theol. 1731, 348 Blätter, Papier, zweispaltig, Ende 15. Jh., mittelfränkisch [Handschriftencensus], Bl. 170vb–176vb (Sigle Hm1)
  • Köln, Historisches Archiv der Stadt, Best. 7010 (W) 169, 354 Blätter, Pergament und Papier, zweispaltig, 2. Hälfte 15. Jh., ripuarisch [Handschriftencensus], Bl. 197vb–202vb (Sigle Kö4)
  • Paris, Bibliothèque Nationale, Ms. allem. 35, Pergament und Papier, einspaltig, 1460, mittelfränkisch (?) [Handschriftencensus], Bl. 488r–492r (Sigle Pa1)

Moderne Edition der ‚Mittelfränkischen Fassung‘

  • Stammler 1963, Wolfgang (Hrsg.): Spätlese des Mittelalters. I. Weltliches Schrifttum. Aus den Handschriften hrsg. und erläutert von W.S. Berlin (= Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit 16), S. 9–17 [GVK] → Abdruck von Dü1

Frühneuzeitliche Editionen der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘

  • Ghetelen 1488 (19/23.6: vor der bort Johannis in der weken [24.6]), Hans van (Hrsg., ermittelt): Hir heuet sik an dat boek der prophencie[n] lectie[n] epistole[n] vn[d] ewa[n]gelie[n]. Lübeck [GW M34208], Bl. 207va–209vb (Sigle D) [abrufbar; Abdruck: Kohushölter 2006, S. 244–255 (auszugsweise abrufbar)] → 268 Blätter (foliiert x–cclxvii), 3 Exemplare (GW), BC 133, niederdeutsch
  • Ghetelen 1492 (24.7: vor sunte Jacobs daghe [25.7]), Hans van (Hrsg., ermittelt): Hir heuet sik an dat boek der prophecie[n] leccie[n] epistolen vnde ewangelien. Lübeck [GW M34220], Bl. 264vb–267ra (Sigle E) [Abdruck: Schwencke 1967, S. 70–76 (RI OPAC)] → 347 Blätter (Kustoden a6 aa4 b6–x6 A6–X6 AA6–PP6, anscheinend auch Foliierung), 3 Exemplare (GW), BC 205, niederdeutsch
  • Arndes 1493, Steffen (Hrsg.): Dat boek der profecien Epistelen vn[d] des hylghe[n] ewangelij auer dat gantze yar. Lübeck [GW M34122], Bl. a 62rb–64ra (Sigle F) [abrufbar] → 246 Blätter (foliiert v–cxxiiii, a i–cxix), 8 Exemplare (GW), BC 225, niederdeutsch
  • Brandis 1496, Matthäus (Hrsg., ermittelt): Dat boek der profecien Epistelen vnde des hylge[n] ewa[n]gelij. Lübeck [GW M34214; Abbildungen: Schramm 1929, XII, Nr. 312–336 (abrufbar)], Bl. [?] (Sigle G) → 344 Blätter (Kustoden a6 a8–f8 g6 h8 i6 k8 l6–z6 A6–X6 aa6–gg6 hh4 ii6–ll6), 1 Exemplar (GW), BC 268, niederdeutsch
  • Arndes 1497, Steffen (Hrsg.): Dat boek des hillighen Ewangelij Profecien vn[d] Epistelen ouer dat ghantze yaer. Lübeck [GW M34116], Bl. 89rb–91ra (Sigle H) [abrufbar] → 228 Blätter (foliiert a v–lxxxij, j–cxliij), 7 Exemplare (BC und München [Katalog]), BC 283, niederdeutsch
  • Brandis 1497 (14.8), Matthäus (Hrsg., ermittelt): Dat boek der profecien Epistelen vnde der hylge[n] ewa[n]gelij. Lübeck [GW M34218], Bl. [?] (Sigle J) → 344 Blätter (foliiert ij–cccxxxvij), 5 Exemplare (GW), BC 284, niederdeutsch
  • Dorn 1506 (15.7: daghe der deylinghe der apostelen), Hans (Hrsg.): Dath boke der hilgen Ewangelien Lectien Profecien vnde Epistele[n] van der tyd vn[n] allen hylgen ouer dat gancze yare. Braunschweig [VD16 E 4483], Bl. 89vb–91va (Sigle K) [abrufbar] → 228 Blätter (foliiert a v–lxxxij, iiij–cxliij, 10 Exemplare (VD16/BC), BC 405, niederdeutsch
  • Arndes 1506 (3.8), Steffen (Hrsg.): Dat boek des hyllighen Ewangelij Profecien vn[d] Epistelen ouer dat ghantze yaer. Lübeck [VD16 E 4484], Bl. [?] (Sigle L) → 228 Blätter (foliiert a v–lxxxij, i–cxliiij), 5 Exemplare (VD/BC16), BC 406, niederdeutsch
  • Arndes 1509 (23.3), Steffen (Hrsg.): Dat boek des hyllighen Ewangelij Profecien vn[d] Epistelen ouer dat ghantze yaer. Lübeck [VD16 E 4485 + VD16 E 4486], Bl. [?] (Sigle M) → 260 Blätter (foliiert a v–xciiii, j–clxiiij), 3 Exemplare (BC), BC 449, niederdeutsch
  • Winter 1509, Jakob (Hrsg., ermittelt): Dat boeck des hyllighen Ewangelij Profecien vnde Epistelen auer dat gantze yaer. [Magdeburg] [VD16 E 4487], Bl. [?] (Sigle N) → 263 Blätter (foliiert bis cclvii), 1 Exemplar (früher in Berlin, heute in Moskau [Katalog], Schlussblatt fehlt), ohne Druckangaben, BC 450, niederdeutsch
  • Petri 1513 (7.1), Adam (Hrsg.): Dat boeck des hyllighen Ewangelij, Profecien vnde Epistelen auer dat gantze yaer. Basel, Bl. [?] (Sigle O) [VD16 E 4488] → 264 Blätter (foliiert i– cclviiii), 3 Exemplare (BC + London [Katalog]), BC 534, niederdeutsch
  • Petri 1514 (24.3), Adam: Das Plenarium oder Ewa[n]gely buoch. Summer vnd Winter teyl. Basel [VD16 E 4457 + VD16 E 4458], Bl. 222vb–224ra (Sigle P) [abrufbar] → 286 Blätter (foliiert i– cclviiii), 14 Exemplare (Kohushölter 2006, S. 254), hochdeutsch
  • Petri 1516 (13.8), Adam (Hrsg.): Das Plenarium oder Ewangely buoch. Summer vn[d] Winterteyl. Basel [VD16 E 4460], Bl. 222vb–224ra (Sigle Q) [abrufbar] → 286 Blätter (foliiert i–cclxxviii), 9 Exemplare (Kohushölter 2006, S. 254), oberdeutsch
  • Petri 1517 (8: Des maentes Augusti), Adam (Hrsg.): Dat Boek des hillighen Eua[n]gelij Prophetien vnde Epistelen auer dat ghantze Jaer. Basel [VD16 E 4489], Bl. 189rb–192ra (Sigle R) [abrufbar] → 258 Blätter (foliiert i–ccv), 6 Exemplare (Kohushölter 2006, S. 254), BC 600, niederdeutsch
  • Petri 1518 (13.3), Adam (Hrsg.): Das new Plenariu[m] oder ewangelybůch, so inhaltet alle Ewangelien vnd || Epistelen deß gantze[n] iars. Basel [VD16 E 4462], Bl. 222vb–224ra (Sigle S) [abrufbar] → 286 Blätter (foliiert i–cclxxxviii), 6 Exemplare (Kohushölter 2006, S. 254), oberdeutsch
  • Petri, 1522 (1: jm Jenner), Adam (Hrsg.): Das new Plenariu[m] oder ewangelybůch, so inhaltet alle Ewa[n]gelien vnd Epistelen des gantze[n] iars. Basel [VD16 E 4464], Bl. 222vb–224ra (Sigle U) [abrufbar] → 286 Blätter (foliiert i–cclxxxviii), 8 Exemplare (Kohushölter 2006, S. 255) oberdeutsch

Verschollene Edition der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘

  • Petri 1519, Adam (Hrsg.): Episteln und Prophetien. Basel [VD16 E 4491], Bl. [?] (Sigle T) → Umfang unbekannt, 1 Exemplar (früher in Hildesheim, Priesterseminar [Borchling 1902, S. 219 (abrufbar)], vermutlich durch die Luftangriffe auf Hildesheim zerstört: „Existenz des Druckes fraglich, im VD16 nur bibliogr. nachgewiesen“, Basler Katalog [abrufbar], BC 632A.

Moderne Editionen der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘

  • Schwencke 1967, Olaf: Gregorius de grote sünder. Eine erbaulich-paränetische Prosaversion der Gregorius-Legende im zweiten Lübecker Mohnkopf-Plenarium. In: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 90, S. 63–88, hier S. 70–76 [RI OPAC] → Abdruck von Ghetelen 1492
  • Kohushölter 2006, Sylvia (Hrsg.): Die lateinische und deutsche Rezeption von Hartmanns von Aue ‚Gregorius‘ im Mittelalter. Untersuchungen und Editionen. Tübingen (= Hermaea N.F. 111), S. 244–255 [auszugsweise abrufbar] → Abdruck von Ghetelen 1488

Textproben aus dem Anfang der ‚Nürnberger Hauptfassung‘

Aus den Handschriften

D1

Gregorius auf dem Stein (D 1 Bl. 96v)Von Sant Gregorio auf dem | Stain | Es was ain | reich edel fürſt zu aq’- | tania in welchſen lan- | den der het zway kint | pey ſeiner frowen ain ſün vn̄ | ain tochter

D3

Von Sandt Gregorio | auff dem Stain dem | heiligen babſt ſein leben | vnnd legenndt | Es was ein Reich9 | Edellman in | Aquitania in | den welſchenn | lanndē der hett | zway kindt beÿ ſeine9 fraūen | Einē ſün vnd ein Tocht9

F1

Von Sant Gregorius auff | dem Stain | Es was ain reicher | edeler man zu aqui | tania in dem wehliſch | en lande der het zway | kint pey ſeiner frawen ain | ſun vnd ain tochter

H1

Von ſant | Gregorio vff dem ſtain | ES was ein reicher edler | man in Aquitania in | dem land welſchen land der | hett zway kind bey ſeiner fraw̄ | ein ſun vnd ein tochter

H3

hiſtoria de ſtō Greorio papa: | Es was ein richer edelman zu | aquitania jn dem welſchen land | der hett zwey kind by ſiner frauwē | ein ſon vnnd ein tochter 

M24

Gregorius auf dem Stein (M24 Bl. 8r)Von ſand gregorio auff dem | ſtein ſein lëben etc. | Es was ein reicher edel | man in aquitania in | denn welſchen landen. der | hätt zweÿ kind peÿ ſeiner | frawen ain ſün vnd ein tochter

Aus den Editionen

Zainer 1471

1471 Zainer (Bl. 96v)                                        Von Sant Gregorio | uff dem ſtein ſein leben. | [Holzschnitt] | ES was ein reycher edel= | man in Aquitania in | den welſchen lannden der | het zwey kind bey ſeiner | frowen einen ſun vnd ein tochter/

Sensenschmidt 1475

1475 Sensenschmidt (262r)Von Sant Gregorio | auff dem ſtein ſein leben. | [Holzschnitt] | Es waz ein reycher edel man | in Aquitania in dē welſchē | landē der het zwey kind bey | ſeiner frawen eynen ſun vn̄ | ein tochter/

Sorg 1478

1478 Sorg (187r)⸿ Von ſant Gregorio | auff dē ſteÿn ſein leben | [Holzschnitt] | Es wz ein reicher | edel man in Aqui | tania in den wel= | ſchen lannden der | het zweÿ kind beÿ | ſeiner frawen einē | ſun vn̄ ein tochter

Bämler 1480

1480 Bämler (163v)                                ⸿ Von ſant Gregorio | auff dem ſtein. | [Holzschnitt] | Es was eÿn reicher | edel man in Aqui= | tania in den welſchen lan | dē d9 hett zweÿ kint beÿ ſei | ner frawen einen ſun vnd | ein tochter

Feyner 1481

1481 Feyner (100r)⸿ Von ſant gregorio auff dem ſtein ſein leben | [Holzschnitt] | Es was ein reicher | edel man in aquita | nia in den welſchen | landen d9 hätt zwei | kīd bÿ ſeiner fraw | en einen ſun vn̄ ein tochter

Sorg 1481

1481 Sorg (169v)Von ſant Gregorio auff dem ſtein. | [Holzschnitt] | ⸿ Es wz eī reÿcher | edel mā in Aquita | nia in dē welſchen | landē der het zweÿ | kind beÿ ſeiner fra | wen ein ſun vn̄ ein | tochter

Prüss 1483

1483 Prüss (108r)⸿ Von ſant Gregorio auff dem ſtein. | [Holzschnitt] | ⸿ Es was ein reicher edel man in | Aquitania in den welſchen landen | d9 het zwey kind bey ſeiner frawē | einen ſun vn̄ ein tochter

Schönsperger 1485

1485 Schönsperger (161v)⸿ Von ſant Gregorio auf dem ſtein | [Holzschnitt] | ⸿ Es was ein reicher edel man | zuͦ aquitania in welſchen landē | der het zwai kind bei ſeiner frau | wen einen ſun vnd ein tochter

Sorg 1488

1488 Sorg (125v)⸿ Von ſant Gregorio auf dem ſtain | [Holzschnitt] | ⸿ Es was ein reicher edelman in | Aquitania in welſchen landen der | het zwai kind beÿ ſeiner frauen ei | nen ſun vnd ein tochter

Koberger 1488

1488 Koberger (251v)⸿ Von ſant Gregorio | [Holzschnitt] | ES was ein reycher | edelman in Aquitania in wel= | ſchen landen der het zwey kind bey | ſeiner frauen einen ſun vn̄ ein tochter.

Schönsperger 1489

1489 Schönsperger (118r)⸿ Von ſant Gregorio auff dem ſtein. | [Holzschnitt] | ⸿ Es was ein reÿcher edelmā in | aquitania|in waͤlſchen landen der | het zweÿ kind beÿ ſeiner frawen | ein ſune vn̄ ein tochter.

Schönsperger 1501

1501 Schönsperger (118r)                                        ⸿ Von ſant Gregorio | auff dem ſtein. | [Holzschnitt] | ⸿ Es was ein reicher edelman in | aquitania in welſchē landē der het | zwey kind bey ſeiner frawē ein ſun | vn̄ ein tochter

Grüninger 1502

1502 Grüninger (74r)Vō ſant Gregorio vff | dem ſtein. | [Holzschnitt] | ES was ein richer | edel mann in Aquitania in | welſchhē landē d9 het zwey kind | by ſeiner frawē/ ein ſun vn̄ ein | tochter

Otmar 1507

1507 Otmar (118r)                                                            ⸿ Von ſant Gregorio | auff dem ſtain | [Holzschnitt] | ⸿ Es was ain reicher edelman in | aquitania in welſchen landen d9 het | zway kind bey ſeinr frawen ain̄ ſun | vn̄ ain tochter

Grüninger 1510

1510 Grüninger (74r)Von ſant Gregorio vff | dem ſtein. | [Holzschnitt] | ES was ein reicher | edel man̄ in Aquitania in wel | ſchen landē. der het zwey kind | by ſeiner frawē/ eī ſun vn̄ ein | tochter

Hupfuff 1513

1513 Hupfuff (73v)Von ſant Gregorio vff dem ſtein. | [Holzschnitt] | ES was ein rycher edel | man̄ in Aquitania in welſchen lan= | den/ der het zwey kindt bey ſeiner fra= | en/ ein ſun vnd ein tochter

Otmar 1513

1513 Otmar (106v)                                      Von ſant Gregorio | auff dem ſtain. | [Holzschnitt] | ES was ain reicher edler man | in Aquitania in Wälſchn̄ lan | den der hett zway kind bey ſeiner fra- | wen/ ain̄ ſun vnd ain tochter/

Miller 1518

1518 Miller (64v)           Von ſant Gregorio | auff dem ſtain. | ES was ain reicher edler man in Aqui | tania in wälſchen landn̄ der het zway | kind bey ſeiner frawn̄ / ain ſun vn̄ ain | tochter/

Flach 1521

1521 Flach (82v)Von ſant Gregorio | vff dem ſtain. | ES was ein reicher edler man | in Aquitania in Waͤlſchē lād | en d9 hett zwey kind bey ſeiner | frawē/ ein ſuͦn vn̄ ein tochter

Zingerle 1873 (I1)

Von sant Gregorio auf dem stain. | Es was ain reicher edler man in Aquitania in dem welschen lande. Der hat zwai kint pei seiner frawen, ainen sun und ain tochter.

Martens 1883 (H3)

historia de stō Greorio papa: | Es was ein richer edelman zu aquitania jn dem welschen land der hat zwey kind by ſiner frauwē ein ſon vnnd eine tochter

Rüttgers 1913

1913 Rüttgers (S. 154)Von Sankt Gregorius auf dem Stein [Holzschnitt] Es war ein reicher edeler Mann in Aquitanien in wälschen Landen, der hätt zwei Kind von seiner Frauen, einen Sohn und eine Tochter

Plate 1983 (I4)

Von Sant Gregorius, dem hailigen babst, sein hailigen leyden | Es was ein man zu Equitania in dem welischen land. Der selb man het beÿ seiner frawen zwey kind, einen sone vnd ein dochter.

Plate 1983 (F1)

Von Sant Gregorius auf dem Stain | Es was ain reicher edeler man zu Aquitania jn dem wehlischen lande. Der het zway kint pey seiner frawen – ain sun vnd ain tochter

Brand 2004 (F1)

Von Sant Gregorius auf dem stain | Es was ain reicher edeler man zu Aquitania in dem wehlischen lande. Der het zway kint pey seiner frawen, ain sun vnd ain tochter.

Kohushölter 2006 (Hr8)

Von sant Gregorio, dem pabst auff dem stein | Es was ein man zu Equitania, dem welischen lannde. der selb man het pey seyner frawen czwei kind, âÿn sun vnd ain tochter.

Textproben aus dem Anfang der ‚Redaktion‘

M17

Von dem heiligen | ſant Gregorio der genāt | iſt auff dem ſteyne etc [Titel wohl rot] | Ab [?] den zeittn̄ was gar | ein reicher edeler mā | in welliſchn̄ lannden | in der ſtat Aquithania der het | zweÿ kint bey ſein9 frawen einē | ſun vnd ein tochter

Stammler 1963 (Mr1)

Von sant Gregorio auf dem stein. | ES was ein weiser edeler man zu Aquitania in dem welschen land, der het zway kint pey seiner frawen, einen sun vnd ein tochter

Plate 1983 (M17)

Von dem heiligen Sant Gregorio, der genant ist ‚auff dem steyne‘ | Er den zeitten was gar ein reicher edeler man jn wellischen lannden, jn der stat Aquithania. Der het zweÿ kint bey seiner frawen, einen sun vnd ein tochter.

Textproben aus dem Anfang der ‚Mittelfränkischen Fassung‘

Stammler 1963 (Dü1)

Van sante Gregrorio vp dem mer | ID was eyn edel man ende was eyn greue to Aquitanien, die in vil doichten lange tijt leuede.

Textproben aus dem Anfang der ‚Mohnkopfdruckerfassung‘

Ghetelen 1488 (D)

⸿ Vnde ock leſe wy eyn mercklik | exempel van eyneme de ſick othmo | dighede ſo ſere dat he ſik heet gre= | gorius de grote ſunder Vnde vm= | me der othmodicheyt wyllen vnde | vmme ſynes ſtrengen hilgen leuen | des wyllen So vth vorkoes one | god tho eyneme biſſchoppe Vnde | is alſus gheſcheen. | ⸿ Jn den daghen des pawes Ga= | ius de was de verde na ſunte Peter | Jn ſynen daghen do was eyn ed= | del greue. efte eyn banrehere in ita | lien Dessem gaf god myt ſyner fru | wen twe kynd9. dat eyne eyn knech | teken. dat ander eyn medeken

Arndes 1493 (F)

Van der othmodicheyt volghet hyr na eyn | exempel. | ⸿ Van eynē de ſik heet gregorius | de grote ſund9 eyn lanck exempel. | ⸿ Jn den daghē des pawes Gayus | dede [!] was de veerde na ſunte .Peter. | Jn ſynen dagen do was eyn edele gre= | ue. efte eyn banrehere in ytalien Dessez | ghaff god myt ſyner vrowen twee kyn= | der. dat eyne eyn knechteken. dath an= | der eyn medekē.

Arndes 1497 (H)

Vā | der othmodicheyt volghet hyr na eyn ex= | empel. | Van eynem de ſik heet | Gregorius de grothe ſunder eyn lanck ex | empel. || ⸿ Jn den daghē des pawes Gayus dede [!] | was de veerde na ſunte Peter Jn ſinē da | ghē do was ein edele greue. efte eyn banre | here in ytalien Dessem gaff god mit ſiner | vrouwē twe kynder. dat eine ein knechtekē | dat ander eyn medeken.

Dorn 1506 (K)

Vā der othmodicheit | volghet hir na eyn ganß ſchone exempel. | Van eynem | de ſick heeth Gregorius | de grote ſunder eyn lank | ſuuerlick exempel. | ⸿ Jn den daghen des pauwes Gayus. | dede [!] was de veerde na ſunte Peter Jn ſy= | nen daghen do was eyn eddele greve effte | eyn banrehere in ytalien dessem gaff ghod | mit ſiner vrouwen twe kyndere. dath eyn | eyn knechteken. dath ander eyn medeken.

Petri 1514 (P)

⸿ Von ſant Gregorius vff dem ſtein | ein exempel. | IN zeyten des bapſts | gaius/ | der der vierd was nach ſant peter | in ſeinē tagē was ein edeler graf in italia | dem verleyhe got mit ſeiner ehlichē hauß | frauwen zwey hübſche kindelin/ einē ſun | vnd ein tochter/

Petri 1516 (Q)

⸿ Von ſanct Gregorio vff dem ſtein | ein exempel. | IN zeiten des bapſt | Gaius der | der vierd was nach ſant Pe= | ter: in ſeinē tagē was ein ede= | ler graff in italia | dem verleyhe gott mit | ſeiner ehlichē haußfrawē zwey hübſch kin | delin/ ein ſuͦn vn̄ ein dochter/

Petri 1517 (R)

⸿ Van einē de ſick heeth Gregorius de | grote ſünder ein lanck exempel. | IN dē dagē | des pawes Gayus de de | was de veerde na ſunte | Peter. Jn ſinē daghē do | was eī eddele greue/ efte | banrehere in ytalien. | Dyſſem gaff god | mit ſiner vrouwē twe kindere dat eine ein | knechteken/ dat andere ein medeken.

Petri 1518 (S)

⸿ Von ſanct Gregorio vff dem ſteyn | ein exempel. | IN zeitē des ba- | pſts Gaius/ der der vierd waß | nach ſant Peter: in ſeinē tagē | was ein edler graff in Jtalia/ dem verlyh | gott mit ſeiner eelichē haußfrauwē zwey | hübſch kindelin/ ein ſun vnd ein dochter/

Petri 1522 (U)

⸿ Von ſanct Gregorio vff dem ſteyn | eyn exempel. | IN zeiten des bapſt | Gaius der | der vierd was nach ſanct Pe= | ter/ in ſeinē tagē was eyn ede= | ler graff in italia dem verleyhe got mit | ſeiner elichē hußfrawē zwey hübſch kin= | delin/ eyn ſuͦn vnnd ein dochter/

Schwencke 1967 (E)

Van der othmodicheyt volghet hir na eyn exemple. | ⸿ Van eyneme de sik heet Gregorius de grote sunder eyn exempel.  |  ⸿ IN den daghen des pawes Gayus de was de verde na sunte Peter. In synen daghen do was eyn eddel greue efte eyn banrehere in Ytalien. Dessem ghaff god myt syner vrowen twe kynder. dat eyne eyn knechteken. dath ander eyn medeken

Kohushölter 2006 (D)

⸿ Vnde ock leſe wy eyn mercklik | exempel van eyneme de sick othmo|dighete so sere dat he sik heet Gre=|gorius de grote sunder Vnde vm=|me der othmodicheyt wyllen vnde | vmme synes strengen hilgen leuen|des wyllen So vth vorkoes one | god tho eyneme bisschoppe Unde | is alsus ghescheen. | ⸿ In den daghen des pawes Ga=|ius de was de verde na sunte Peter. | In synen daghen do was eyn ed=|del greue. efte eyn banrehere in Ita|lien. Dessem gaf god myt ſyner fru|wen twe kynder. dat eyne eyn knech|teken. dat ander eyn medeken

Textproben aus dem Anfang der Gesta Romanorum-Fassung

Brandis 1478

1478 Brandis (87r)Von ſūte Gregorio | vp deme ſteene | [Holzschnitt] | IN Aquitania in dem walſchē | lāde/ was een ryke eddel mā | der hadde myt ſiner vrouwen | twe kyndere/ enen ſone vnde | ene dochter/

Koch 1487

1487 Koch (90v)          ⸿ Vō ſunte Gregorio vp dem̄ ſteyne | [Holzschnitt] | IN Aquitanea in | deme walſchē lande/ was eyn | ryke eddel man de hadde myt | ſyner vrouwē .ij. kinder/ eynen ſone vn̄ | eyne dochter/

Arndes 1492

1492 Arndes (280v)                                  Van Sunte Gregorio vp deme ſtene | [Holzschnitt] | IN Aquitanea in de | me walſchē lande was eyn | ryke kōnynk de hete Mar | cus. de hadde myth ſynre | vrouwē .ij. kynder. enen ſo= | ne vn̄ ene dochter.

Arndes 1499

1499 Arndes (293v)                Van Sunte Gregorio vp deme ſtene | [Holzschnitt] | IN Aquitanea in | deme walſchen lande was eyn | ryke konnink de hete Marc9. de | hadde mit ſyner vrouwen .ij. kinder. enē ſo | ne vn̄ ene dochter.

Arndes 1507

1507 Arndes (81r)                IN Aquitanea yn | deme walſchen lande was eyn | ryke kon̄ynk de heth Marcus. de | hadde mit ſiner vrouwen .ij. kinder. eynē ſo | ne vn̄ eyne dochter.

Petri 1511

1511 Petri (91v)⸿ Van Sunte Gregorio vp deme ſtene | [Holzschnitt] | IN Aquitanea | in dē walſchen lande was eyn | rycke koͤnnynk de heet Mar= | cus/ de hadde mit ſyner vrouwē twe kyn | der/ einen ſone vn̄ eine dochter/

Petri 1517

1517 Petri (90v)⸿ Van ſunte Gregorio vp dem ſtene. | [Holzschnitt] | IN Aquitanea | in dē walſchen lande was eyn | ryke koͤnnynk de heet Mar= | cus/ de hadde mit ſyner vrouwē twe kyn | der/ eynen ſone vn̄ eine dochter/