Servatius

Servatius-Büste in Maastricht

Der heilige Servatius, Bronzestatue in Maastricht

Die lateinischen Vorlagen

Das Leben des heiligen Servatius wird in mehreren lateinischen Fassungen beschrieben. Veldekes Text ist die älteste volkssprachliche Bearbeitung. Über seine genaue Vorlage besteht Unsicherheit. Drei lateinische Fassungen stehen seiner Reimbearbeitung nahe: eine anonyme, im 9. Jahrhundert in Maastricht entstandene Vita, eine zwischen 1070 und 1076 von Jocundus von Maastricht auf Bitten eines Kanonikers verfasste Vita und eine anonyme, kurz nach 1126 entstandene, Veldekes Quelle besonders nahestehende Gesta sancti ServatiiGeschichtsquellen des Mittelalters.

Ausgaben

  • Krusch 1896, Bruno (Hrsg.): Vita Sancti Servatii. In: MGH, SS rer. Merov. 3. Hannover, S. 87–91 [abrufbar]
  • Köpke 1856, R[udolph] (Hrsg.): Iocundi translatio S. Servatii. In: MGH SS 12. Hannover, S. 88–126 [abrufbar]
  • Wilhelm 1910, Friedrich (Hrsg.): Gesta sancti Servatii. München, S. 3–147 [abrufbar]

Servatius v. 6175f

Servatius, v. 6175f (H 106r)

Veldekes Servatius ist in einer vollständigen Handschrift und einem fragmentarischen Codex Discissus überliefert. Die jüngste Ausgabe (Goossens 2008) hat 6229 Verse mit fortlaufender Zählung, in Wirklichkeit 6230, weil sie das letzte, reimlose Wort ‚AMEN!‘ als Vers mitzählt. Die Verse sind fast konsequent durch Paarreime miteinander verbunden. Es gibt nur drei Dreierreime (v. 3701–3703, 4730–4732, 5741–5743). Es ist möglich, dass drei ursprüngliche Paarreime um unechte Verse vermehrt wurden. Der Codex Discissus besteht aus Fragmenten, die alle früher als Bindemittel verwendet wurden. Sie stammen aus sechs Inkunabeln, von denen die älteste 1488 erschien. Die Handschrift, die zu einem Codex Discissus geworden ist, entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Raum Maastricht und kam vermutlich früh nach Bayern, kann jedoch aus chronologischen Gründen kaum als unmittelbare Vorlage für den Oberdeutschen Servatius gedient haben, wie es Maurits Gysseling vermutete (1980, S. 288). Sie kann dagegen Jakob Püterich von Reichertshausen gehört haben, der im Ehrenbrief behauptete, er besitze ein Exemplar von Veldekes Servatius in seiner Bibliothek. Im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhundert wurde die damals vermutlich noch vollständige Handschrift makuliert, um Inkunabeln einzubinden.

Die Fragmente tauchten zwischen 1880 und 1980 in München, Leipzig und London auf und wurden aus den Inkunabeln ausgelöst. Die Fragmente, die sich früher in der Universitätsbibliothek München befanden und 1940 abgedruckt wurden, verbrannten 1944 im Krieg. 1976 kam das englische Fragment nach München. So werden die Fragmente heute nur noch an zwei Standorten aufbewahrt.

Die ältere Forschung benutzte keine Siglen. 1946 führten Frings und Schieb pauschal die Sigle F für die drei damals von ihnen abgedruckten Fragmente (Ia, Iba, Ibc) ein, H für die Haupthandschrift. Als sie 1952 nachträglich das 1944 verbrannte Fragment (Ic) abdruckten, fügten sie dafür die Sigle F1 hinzu. Diese drei Siglen benutzten sie auch 1956 in ihrer Servatius-Edition. 2008 behielt Jan Goossens in seiner Ausgabe die Sigle H, führte aber für den Codex Discissus die neue Sigle I ein. Um die Fragmente voneinander zu unterscheiden, benutzte er drei Majuskeln: A für die Fragmente in München, B für die Fragmente in Leipzig, C für die verbrannten Fragmente. Im ‚Handschriftencensus‘ werden in anderer Reihenfolge drei Minuskeln benutzt, so auch von Mathias Eifler in dessen ausführlicher Online-Beschreibung der Leipziger Fragmente für ‚Manuscripta Mediaevalia‘. Er bezeichnet hier die Leipziger Fragmente mit der Minuskel a, die Münchener Fragmente mit der Minuskel b und die verbrannten Fragmente mit der Minuskel c [abrufbar]. Es lohnt sich darüber hinaus, die Münchener Fragmente voneinander zu unterscheiden. Sie kamen in drei Phasen an die Öffentlichkeit, befanden sich bei ihrer Entdeckung noch nicht alle am heutigen Standort, wurden getrennt ediert und tragen in der Staatsbibliothek München drei verschiedene Signaturen: Cgm 5249/18, 1a, 1b, 1c. Deshalb schlägt das Gottfried-Portal folgende Siglen vor: H, Ia, Iba, Ibb, Ibc, Ic.

Laut Goossens beträgt der Gesamtumfang der Fragmente insgesamt 487 Verse (2008, S. 343). Mit den zwei Plusversen von Iba kommt man in Wirklichkeit auf 489 Verse. Von vielen Versen sind nur kleine Reste erhalten, manchmal ein einziger Buchstabe. So überliefert der Codex Discissus nicht 7,8 % des Gesamttexts, wie Eifler errechnete, sondern viel weniger. Von folgenden Versen sind mindestens Teile vorhanden oder bekannt:

  • Ia (100 v.): 381f, 415f, 452–463, 479–490, 495–500, 523–529, 550–556, 577–584, 606–627, 636–657
  • Iba (56 v.): v. 5318–5332ab, 5333–5371
  • Ibb (145 v.): v. 2169–2172, 2196–2201, 2223f, 2226–2250, 2252–2259, 2261–2280, 2289–2291, 2301–2303, 2315–2317, 2327–2331, 2345–2347, 2357–2359, 2375–2378, 2387–2391, 2456–2461, 2469f, 2472–2509
  • Ibc (37 v.): v. 905–911, 919–921, 931–937, 945–947, 1067–1074, 1096–1103, 1111
  • Ic (151 v.): v. 975–983, 1002–1010, 1029–1037, 1057–1064, 1125–1137, 1139f, 1143f, 1146f, 1149–1156, 1158–1163, 1166–1171, 1173–1181, 1183f, 5773–5779, 5798–5804, 5883–5888, 5908–5915, 6110–6119, 6139–6147, 6166–6174, 6192–6200

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts galt der Servatius als verloren. Seine Existenz war nur durch die Erwähnung in dem 1725 erstmals abgedruckten Ehrenbrief bekannt. H entstand Ende des 15. Jahrhunderts im Begardenkloster St. Bartholomäus in Maastricht. Nach einem Besitzervermerk gehörte es 1531 Hendrik Lenssen aus Maastricht, Lehrer der Sekundarschule (Bl. 195v [abrufbar]). Er unterrichtete in der Schule der Begarden in Maastricht. Nach der Auflösung des Klosters 1798 durch die Franzosen wurde die Handschrift vermutlich versteigert. Um 1856 wurde sie in Aubel südlich von Maastricht beim Notar Jean-Jacques Aussems (1794–1861) entdeckt und kurz danach dem Lütticher Professor Jean-Henri Bormans (1801–1878) geschenkt. Er machte 1857 die Entdeckung im Druck bekannt und besorgte ein Jahr später die Erstausgabe. Sein Sohn Stanislas Marie Bormans, Archivar in Namur (1835–1912) [Wikipedia], schenkte 1880 die Handschrift der Universitätsbibliothek Leiden. In den folgenden Jahren kamen die verschiedenen Fragmente allmählich ans Licht:

  • H (Bormans 1857 mit Auszug, Erstdruck 1858)
  • Iba (Meyer 1880 mit Abdruck)
  • Ia (Schulze 1890 mit unvollständigem Abdruck; vollständiger Abdruck Scharpé 1899)
  • Ibc (Thoma 1935 mit Abdruck)
  • Ic (Lehmann/Glauning 1940 mit Abdruck)
  • Ibb (Roelandt 1980, Erstdruck Goossens 1990)

Berthold Schulzes unvollständiger Abdruck von Ia wurde von Lodewijk Scharpé verbessert. Dieser druckte gleichzeitig Iba ein zweites Mal ab. Herbert Thoma druckte sein eigenes Fragment Ibc vollständig ab. 1940 druckten Paul Lehmann und Otto Glauning vier Jahre vor der Vernichtung von Ic diese Fragmente ab. 1946 druckten Theodor Frings und Gabriele Schieb erneut Ia, Iba und Ibc ab, aber ohne Kenntnis der sechs Jahre früher erschienenen, inzwischen verbrannten Fragmente Ic. Ihr Abdruck von Ia weicht ganz leicht von demjenigen von Scharpé ab. Die Abdrucke der Fragmente Iba und Ibc stimmten dagegen mit den vorigen überein. 1956 druckten Frings und Schieb in einem Nachtrag Ic ab. 1980 druckte Maurits Gysseling erneut Ia, Iba, Ibc und Ic ab, alle damals bekannten Fragmente. In einer Rezension zu dieser Sammelausgabe der fragmentarischen Servatius-Überlieferung machte Karel Roelandt noch im selben Jahr auf Ibb aufmerksam. Diese Fragmente wurden später zweimal von Jan Goossens ediert, 1990 und 1991.

Der Servatius liegt heute in fünf vollständigen Ausgaben mit unterschiedlicher Verszählung vor. Nur die letzten Herausgeber entschieden sich für eine fortlaufende Verszählung. Die drei ersten Editionen zählen die Verse der beiden Teile getrennt. Außerdem verursachten Fehler und editorische Entscheidungen gewisse Verschiebungen. Im Erstdruck zählte Bormans die Überschrift mit und druckte versehentlich fünf Verse zwischen ‚1465‘ und ‚1470‘ ab. Er übersah auch v. 5949. Er ließ dagegen die Dreierreime unverändert stehen. Seine Ausgabe geht im ersten Teil bis ‚3254‘, im zweiten bis ‚2974‘, und hat insgesamt 6228 Verse. Für die zweite Ausgabe orientierte sich Paul Piper ausschließlich am Erstdruck, ohne die Handschriften einzusehen. Er klammerte in den drei Passagen mit Dreierreimen jeweils einen Vers aus. Die durch Bormansʼ Unachtsamkeit entstandene Waise (v. 5948) hielt Piper für unecht und setzte sie ebenfalls in Klammern. Wegen der vier im zweiten Teil ausgeklammerten, nicht mitgezählten Verse kam er mit derselben Anzahl von Versen wie Bormans nur auf ‚2970‘. Die dritte Edition von Gustaaf Amandus van Es entspricht in der Verszählung dem Erstdruck und trägt nur v. 5949 nach. So wurden erstmals alle 6229 Verse von H ediert. Parallel zum Haupttext druckte van Es die beiden Fragmente Ia und Iba ab und nahm dagegen keine Rücksicht auf Ibc und Ic, die damals schon seit 10 bzw. 15 Jahren im Druck vorlagen. Die dritte Ausgabe von 1950 erfuhr 1976 eine unveränderte Auflage. In der vierten Edition von 1956 führten Theodor Frings und Gabriele Schieb endlich eine vernünftige fortlaufende Verszählung ein, löste dagegen im zweiten Teil des Texts neue Verwirrung aus. Beide Herausgeber betrachteten die Dreierreime als Textentstellungen und hielten in jeder Passage einen Vers für unecht. Beim ersten Dreierreim ließen sie einen Vers völlig weg (v. 3703), beim zweiten und dritten Dreierreim übersprangen sie bei der Zählung den verdächtigen Vers und versahen sie mit der Minuskel b. So druckten Frings und Schieb 6228 Verse ab und erreichten dabei nur ‚6226‘ in ihrer fortlaufenden Zählung. Die letzte Edition des Servatius ist die zweisprachige Ausgabe von 2008, die dem spätmittelalterlichen Text einer neuhochdeutschen Übersetzung gegenüberstellt. Die Edition hat endlich 6229 Verse in fortlaufender Zählung. So lassen sich die Konkordanzen der fünf Editionen tabellarisch zusammenfassen:

Handschrift

H

Bormans

1858

Piper

1892

van Es

1950/1976

Frings/Schieb

1956

Goossens

2008

Überschrift 1
1. Teil 2–1470a 1–1469 1–1469 1–1469 1–1469
1470b–3254 1470–3254 1470–3254 1470–3254 1470–3254
2. Teil 1–448 1–448a 1–448 3255–3702 3255–3702
Dreierreim 449 448b 449 3703
450–1476 449–1475a 450–1476 3703–4729a 3704–4730
Dreierreim 1477 1475b 1477 4729b 4731
1478–2487 1476–2485a 1478–2487 4730–5739a 4732–5741
Dreierreim 2488 2485b 2488 5739b 5742
2489–2493 2486–2690a 2489–2693 5740–5944 5743–5947
2694 2690b 2694 5945 5948
2695 5946 5949
2695–2974 2691–2970 2696–2975 5947–6226 5950–6229
Amen 6230

In Wirklichkeit ist die Gestaltung der vierten Edition erheblich komplizierter, als es aus dieser Tafel hervorgeht. Die Herausgeber kündigten in der Einleitung „den kühnen Versuch“ an, „Veldekes Erstfassung aus der jungen Überlieferung des 15. Jh. zurückzugewinnen“ (S. xiii). Im Vorwort beanspruchte Frings „die ersten Versuche eines kritischen Textes“ und beschrieb seine intuitive Methode: „Wer die junge Handschrift mit sprachlich geschultem Blick zu lesen vermag, merkt bald, daß gute und schlechte Teile wechseln“ (S. iii). Mit diesem Blick sonderten die Herausgeber nicht weniger als 470 Verse aus der Handschrift aus, setzten weitere 304 verdächtige Verse in Klammern, fügte drei Plusverse hinzu und nahm zwei Umstellungen vor. Sie hielten also nur 5455 der 6229 überlieferten Verse für echt, d.h. 12 % der Abschrift für verderbt. Die 304 eingeklammerten Verse blieben im Editionstext stehen, die weiteren 470 verdächtigen Verse wurden in einem getrennten Abschnitt mit dem Titel ‚Handschriftliches‘ abgedruckt (S. 197–217). Im Editionstext stammen zwei Plusverse aus einem Fragment. Einer ist frei erfunden und ersetzt einen überlieferten Vers. Außerdem vermuteten die Herausgeber eine Lücke von zwei Versen und druckten an dieser Stelle zwei Leerzeilen ab. Wenn ihre zweite Umstellung nur die Reihenfolge von zwei Versen umkehrte, betraf die erste einen längeren Abschnitt am Ende des ersten Teils. Die Herausgeber veränderten völlig die Reihenfolge von 75 Versen, holten zwei Verse aus dem zweiten Teil und verwarfen die Hälfte der Passage als ‚Handschriftliches‘. Wenn diese nicht ganz einfache Bestandsaufnahme richtig ist, enthält der Editionstext insgesamt 5762 Verse, von denen 5759 aus H, zwei aus Iba und einer aus der Phantasie der Herausgeber stammen. Hier sind die betroffenen Verse mit Goossens Zählung:

  • 470 Minusverse: v. 226–233, 242–251, 283–286, 299–306, 325f (der Anfang von v. 325 ersetzt den Anfang von v. 327), 433–438, 677–688, 695–718, 729f, 745f, 779f, 967–970, 1333–1346, 1509f, 1533–1537 (1535 gezählt als 1535a), 1667f, 1749f, 1947–1956, 1985f, 1993f, 2067–2070, 2112–2125, 2169–2172, 2257–2262, 2273–2278, 2318–2327, 2367–2370, 2403f,  2411–2444, 2585f, 2615–2618, 2651–2654, 2803f, 2839f, 2993–2996, 3011–3024, 3067–3074, 3131, 3133, 3155–3158, 3169–3174, 3177–3180, 3195f, 3201–3211, 3223f, 3226–3254, 3315f, 3379f, 3389f, 3445f, 3459–3472, 3527–3532, 3597–3604, 3657–3660, 3663f, 3687–3692, 3820f, 3960f, 4056f, 4102f, 4106–4109, 4276–4279, 4408f, 4430f, 4510–4519, 4552–4555, 4588f, 4724f, 4728f, 4733f, 4747f, 4783f, 4835–4838, 4969–4976, 5121f, 5163–5168, 5267–5270, 5511–5518, 5693–5696, 5705–5708, 5737–5743, 5940f, 5984f, 6210–6229
  • 5 Plusverse: v. 1274ab (Leerzeilen für vermutete Lücke), 1535b (statt 1536f), 5332ab (aus Iba)
  • 304 eingeklammerte Verse: v. 35–140, 765–776, 843–872, 2897–2918, 3751–3791, 4306–4341, 6110–6137, 6168–6185, 6186–6191, 6192–6199
  • 2 Umstellungen: v. 3175f, 4104f, 3159–3168, 3181–3194, 3197–3200, 3151–3154, 3225, 3212–3222 (für v. 3151–3154, 3159–3168, 3175f, 3181–3194, 3197–3200, 3212–3222, 3225 […] 4104f), 4405/4404 (für 4404f)

1980 tauchte das Fragment Ibb auf, wurde aber erst 1990 abgedruckt. Von dessen 145 Versen waren 14, also knapp 10 %, 24 Jahre früher als unecht verworfen worden (v. 2169–2172, 2257–2259, 2273–2278, 2327). Damit erwies sich das selektive Editionsverfahren endgültig als verfehlt. Frings starb zwölf Jahre vor dieser Entdeckung, Schieb zwei Jahre danach. Wenn sie kurz vor ihrem Tod den Inhalt des Fragments zur Kenntnis nahm, muss es für sie ein trauriges Erlebnis gewesen sein.

Handschriften

  • H: Leiden, Universitätsbibliothek, BPL 1215, 202 Bl., Papier, einspaltig, Sammelhandschrift mit lateinischen und deutschen Texten, um 1470, limburgisch, Servatius: Bl. 1r–106v (vollständig) [abrufbar] → Handschriftencensus
  • I: Codex Discissus an zwei Standorten, Pergament, einspaltig, 1. Hälfte 13. Jh., ostlimburgisch, Servatius: einziger Text → Handschriftencensus
    • Ia: Leipzig, Bibliothek des Bundesverwaltungsgerichts, MS 4° Ph 1767
    • Iba: München, Staatsbibliothek, Cgm 5249/18,1a → Rückseite (v. 2090–2117) [abrufbar]
    • Ibb: München, Staatsbibliothek, Cgm 5249/18,1b
    • Ibc: München (früher im Privatbesitz von Herbert Thoma), Staatsbibliothek, Cgm 5249/18,1c
    • Ic: München, Universitätsbibliothek, Fragm. 126 (1944 verbrannt)

Ausgaben

  1. Bormans 1857, Jean Henri (Hrsg.): Het Leven van Sinte Lutgardis. In: De Dietsche Warande 3, S. 39–67, 132–165, 285–322, hier S. 40f [abrufbar, PDF und Transkription] → v. 3225–3254, 6175–6229 (85 Verse nach H)
  2. Bormans 1858, Jean Henri (Hrsg.): Heynrijck van Veldeken. Sint Servatius legende. Uitgegeven naer een handschrift uit het midden der XVde In: Annales de la Société Historique et Archéologique à Maestricht 2, S. 177–460, hier S. 209–453 [abrufbar]. Sonderdruck: Sinte Servatius legende van Heynrijck van Veldeken. Naer een handschrift uit het midden der XVde eeuw, voor de eerste mael uitgegeven. Maastricht, S. 33–277 [abrufbar] → v. 1–5948, 5950–6229 (6228 Verse nach H)
  3. Everts 1868, W[illem]: Geschiedenis der Nederlandsche letteren. Een handboek voor gymnasiën en hoogere burgerscholen. Amsterdam, S. 56 [abrufbar]; 2[1873], S. 43 [abrufbar]; fehlt 7[1914], S. 21–24 [abrufbar] → v. 958–982 (25 Verse nach Bormans 1858)
  4. Meyer 1883, Wilhelm: Veldekes Servatius. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 27, S. 146–157, hier S. 147–150 [abrufbar] → v. 5318–5371 (54 Verse parallel nach Iba und Bormans 1858)
  5. Schulze 1890, Berthold: Neue Bruchstücke aus Veldekes Servatius. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 34, S. 218–223, hier S. 219–223 [abrufbar] → v. 452–459, 461–463, 479–486, 488f, 497–500, 525–529, 553–555, 580–583, 606–627, 636f, 643–651, 654–656 (73 Verse nach Ia, unvollständiger Abdruck); v. 452–463, 479–489, 497–500, 525–529, 553–555, 580–584, 606–627, 636f, 643–656 (78 Verse parallel nach Bormans 1858)
  6. Piper 1892, Paul (Hrsg.): Höfische Epik. 1. Teil. Die ältesten Vertreter ritterlicher Epik in Deutschland. Stuttgart [ohne Jahr] (= Deutsche National-Litteratur 4,1,1), S. 81–241 [abrufbar] → v. 1–5948, 5950–6229 (6228 Verse nach Bormans 1858; v. 3703, 4731, 5742, 5948 als unecht ausgeklammert)
  7. Scharpé 1899: L[odewijk]: De Hss. van Veldeke’s Servatius. In: Leuvense Bijdragen 3 (1899), S. 5–22, hier S. 16–21 [abrufbar, PDF] → v. 381f, 415f, 452–463, 479–490, 495–500, 523–529, 550–556, 577–584, 606–627, 636–657 (100 Verse nach Ia); v. 377–382, 414–416, 452–463, 478–502, 522–530, 546–558, 573–584, 603–657 (137 Verse parallel nach Bormans 1858); v. 5318–5371 (54 Verse nach Iba); v. 5303–5376 (72 Verse parallel Bormans 1858)
  8. Kempeneers 1913, A[ugust]: Hendrik van Veldeke en de Bron van zijn Servatius. Antwerpen (= Studiën en tekstuitgaven 3), S. 147–153 [GVK] → Ia (100 v.), Iba (54 v.), 209 parallele Verse von Bormans 1858 (nach Scharpé 1899)
  9. Rogier 1931, Ludovicus J. (Hrsg.): Henric van Veldeken. Inleiding tot den dichter en zijn werk. Bloemlezing. Maastricht, S. 113–140 [abrufbar, PDF] → 355–494, 641–695, 951–1041, 1525–1796, 3159–3254, 3952–4201, 4262–4306, 5579–5841, 6175–6229 (1267 Verse nach Bormans 1858)
  10. Thoma 1935, Herbert: Altdeutsche Fündlein. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 72 (1935), S. 193–196, hier S. 195f [bedingt abrufbar] → v. 905–911, 919–921, 931–937, 945–947, 1067–1074, 1096–1103, 1111 (37 Verse nach Ibc)
  11. Lehmann/Glauning 1940, Paul und Otto: Mittelalterliche Handschriftenbruchstücke der Universitätsbibliothek und des Georgianum zu München. Leipzig (= Zentralblatt für Bibliothekswesen, Beiheft 72), S. 119–124 [GVK]; Nendeln / Liechtenstein 1968 [GVK] → v. 975–983, 1002–1010, 1029–1037, 1057–1064, 1125–1137, 1139f, 1143f, 1146f, 1149–1156, 1158–1163, 1166–1171, 1173–1181, 1183f, 5773–5779, 5798–5804, 5883–5888, 5908–5915, 6110–6119, 6139–6147, 6166–6174, 6192–6200 (151 Verse nach Ic)
  12. Frings/Schieb 1946, Theodor und Gabriele: Heinrich von Veldeke. I. Servatiusbruchstücke. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 68 (1945/1946), S. 1–75, hier S. 4–27 [bedingt abrufbar]. Sonderdruck: Die Servatiusbruchstücke und die Lieder. Halle/S. 1947 [GVK] → v. 415f, 452–463, 478–490, 495–500, 523–529, 550–556, 577–584, 606–627, 636–657 (99 Verse nach Ia); v. 414–417, 438–502, 522–535, 544–560, 573–584, 603–655 (165 Verse parallel nach Bormans 1858); v. 905–911, 919–921, 931–937, 945–947, 1067–1074, 1096–1103, 1111 (37 Verse nach Ibc); 900–950, 1066–1115 (101 Verse parallel nach Bormans 1858); v. 5318–5371 (54 Verse nach Iba); v. 5303–5376 (72 Verse parallel Bormans 1858)
  13. Es 1950, G[ustaaf] A[mandus] van: Sint Servaes legende. In Dutschen dichtede dit Heynrijck die van Veldeke was geboren. Culemborg, S. 22–184 [abrufbar, PDF und Transkription + abrufbar, Transkription]; 21976 [abrufbar, PDF und Transkription] → v. 1–6229 (6229 Verse nach H; parallel dazu 100 Verse von Ia und 54 Verse von Iba nach Scharpé 1899)
  14. Frings/Schieb 1952, Theodor und Gabriele: Heinrich von Veldeke. XIII. Die neuen Münchener Servatiusbruchstücke. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (H) 74, S. 1–43, hier S. 4–19 [bedingt abrufbar] → v. 975–983, 1002–1010, 1029–1037, 1057–1064, 1125–1137, 1139f, 1143f, 1146f, 1149–1156, 1158–1163, 1166–1171, 1173–1181, 1183f, 5773–5779, 5798–5804, 5883–5888, 5908–5915, 6110–6119, 6139–6147, 6166–6174, 6192–6200 (151 Verse nach Ic); v. 971–982, 999–1022, 1028–1038, 1055–1065, 1125–1184, 5773–5805, 5882–5890, 5906–5915, 6110–6120, 6139–6149, 6165–6174, 6194–6200 (209 Verse parallel nach H)
  15. Frings/Schieb 1956, Theodor und Gabriele (Hrsg.): Die epischen Werke des Henric van Veldeken. I. Sente servas, Sanctus servatius. Kritisch hrsg. von T.F und G.S. Halle/S., S. 1–196 (Text), 197–217 (Handschriftliches), 219–229 (Lesarten) [GVK] → v. 1–6229 (6232 Verse; Editionstext: 5762 Verse nach H und I, Handschriftliches: 470 Verse und einige Wiederholungen)
  16. Notermans 1968, Jef: Hendrik van Veldeke. Die minne maket reinen moet. Bezorgd en ingeleid door J.N. Hasselt (= Vlaamse pockets, Poëtisch erfdeel der Nederlanden P62), S. 9–26 [GVK] → v. 506–509, 843–855, 859–863, 958–966, 971–982, 1023–1049, 1516–1524, 1610–1637, 1729f, 1738–1746, 2805–2824, 2867–2876, 2919–2938, 2957–2966, 3110–3119, 3125–3130, 3132, 3134–3149, 3262–3281, 4049–4054, 4173–4184, 4195–4198, 5096–5104, 5106f, 5109–5116, 5120, 5123–5128, 5171–5182, 5284–5295, 5298f, 5377–5391, 5422–5428, 5435–5438, 5440–5443, 5446–5448, 5582–5585, 5596–5599, 5607f, 5611, 5636–5640, 5653–5657, 5662f, 5666–5670, 5682–5684, 5690–5692, 5698f, 5752f, 5764–5772 (385 Verse, nach Frings/Schieb 1956)
  17. Gysseling 1980, Maurits (Hrsg.): Corpus van Middelnederlandse teksten (tot en met het jaar 1300). 2. Literaire handschriften. 1. Fragmenten. Haag (= Bouwstoffen voor een woordarchief van de nederlandse taal), S. 287–298 [GVK] → Ia, Iba, Ibc, Ic [nicht eingesehen]
  18. Goossens 1990, Jan: De nieuwe fragmenten van Hendrik van Veldekes Sente Servas. In: Verslagen en mededelingen van de Koninklijke Academie voor Nederlandse taal- en letterkunde, S. 151–167, hier S. 152–162 [abrufbar, PDF und Transkription] → v. 2169–2172, 2196–2201, 2223f, 2226–2250, 2252–2259, 2261–2280, 2289–2291, 2301–2303, 2315–2317, 2327–2331, 2345–2347, 2357–2359, 2375–2378, 2387–2391, 2456–2461, 2469f, 2472–2509 (145 Verse nach Ibb); v. 2160–2515 (356 Verse parallel nach Frings/Schieb 1956)
  19. Goossens 1991, Jan: Die Servatiusbruchstücke. Mit einer Untersuchung und Edition der Fragmente Cgm 5249/18,1b der Bayerischen Staatsbibliothek München. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 120, S. 1–65, hier S. 27–39 [bedingt abrufbar] → 145 Verse nach Ibb und 356 Verse parallel nach Frings/Schieb 1956 (wie Goossens 1990)
  20. Vivian/Jongen/Lawson 2006, Kim, Ludo und Richard H. (Hrsg.): The Life of Saint Servatius. A Dual-language Edition of the Middle Dutch ‚Legend of Saint Servatius‘ by Heinrich von Veldeke and the Anonymous Upper German ‚Life of Saint Servatius‘. Lewiston, NY [u.a.], S. 11–231 [GVK]
  21. Goossens/Schlusemann/Voorwinden 2008, Jan, Rita und Norbert (Hrsg.): Heinric van Veldeken. Sente Servas. Hrsg. und übersetzt von J.G., R.S. und N.V. Münster (= Bibliothek mittelniederländischer Literatur 3), S. 2–331 [GVK] → 1–6229

Übersetzungen

  1. Koenen 1912, Marie: Hendrik van Veldeke’s Sint Servatius legende. Bewerkt door M.K., met een inleidend woord van H[ubert] J[ozef] E[dmund] Endepols. Bussum [GVK]; Heerlen 1955 [WorldCat] → niederländische Prosabearbeitung [nicht eingesehen]
  2. Jongen/Schotel 1993, Ludo und Cees: Hendrik van Veldeke. Servaaslegende. Vertaald door L.J. en C.S. Maastricht, S. 35–120 [abrufbar, PDF und Transkription] → vollständige niederländische Prosaübersetzung (Verszählung wie Van Es 1950/1976)
  3. Wouters 2001, Liliane: Henric van Veldeken Maastricht. In: Septentrion 30, S. 38 [abrufbar, Transkription] → französische Übersetzung von 35 Versen (v. 958–982, nach Everts 1868)
  4. Vivian 2006 (siehe Ausgaben) → vollständige englische Übersetzung [nicht eingesehen]
  5. Goossens 2008 (siehe Ausgaben) → vollständige deutsche Prosaübersetzung