Veldeke im Druck

Dieses Verzeichnis ist keine eigentliche Veldeke-Bibliographie. Es umfasst bei seiner ersten Veröffentlichung 1000 Einträge aus einem Zeitraum von 543 Jahren. Sie haben dies gemeinsam, dass sie alle Veldeke (oder eine mit ihm identifizierte Person wie den Grafen ‚Veldeneck‘) mindestens einmal namhaft erwähnen. Es handelt sich ausschließlich um Drucke oder vergleichbare Veröffentlichungen. Die wenigen nicht gedruckten Einträge sind maschinengeschriebene, in öffentlichen Bibliotheken zugängliche Hochschulschriften. Magisterarbeiten wurden nicht verzeichnet. Alle Einträge sind mit einem oder mehreren Links versehen. Sie führen in erster Linie zu frei abrufbaren Digitalisaten, gewöhnlich direkt zur betroffenen Seite. Vor 1900 erschienene Drucke gehören in ihrer großen Mehrheit zu dieser Kategorie, alle bis Jonckbloet 1870. Einige jüngere Drucke sind durch Vorschau auszugsweise abrufbar, viele andere nur bedingt abrufbar. Das bedeutet, dass sie entweder durch Logins von Universitäten und Bibliotheken, wie Aufsätze von ‚JSTOR‘ [Wikipedia] und ‚DigiZeitschriften‘ [Wikipedia], oder durch die Websites der Verleger gegen Gebühren zugänglich sind. Auf Digitalisate, die nur aus den USA abrufbar sind, wird nicht hingewiesen. Die meisten Drucke aus der Zeit zwischen Anfang und Ende des 20. Jahrhunderts sind in Europa noch nicht abrufbar. Ein Link führt in solchen Fällen zum ‚Gemeinsamen Verbundkatalog‘ [GVK] oder ‚WorldCat‘ [Wikipedia].

Die Bibliographie verzeichnet mehrheitlich Forschungsliteratur, aber auch populärwissenschaftliche Schriften, allgemeine Literaturdarstellungen und spezielle Rezeptionszeugnisse wie Gedichte und Erzählungen über Veldeke (z. B. Koenen 1923 und Kemp 1956). Für die Zeit vor 1800 wurde Vollständigkeit angestrebt, besonders für die Zeit vor Gottscheds Schrift von 1745, welche den Anfang der eigentlichen Veldeke-Forschung markiert. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts werden Editionen der mittelalterlichen Texte mit namhaftem Hinweis auf Veldeke soweit möglich alle verzeichnet, wobei Vollständigkeit für Klassiker wie Wolframs Parzival und Willehalm und Gottfrieds Tristan schwer erreichbar ist. Für die letzten 100 Jahre wurden hauptsächlich Bücher, Aufsätze und Beiträge berücksichtigt, die in ihrem Titel oder einer Kapitelüberschrift ausdrücklich auf Veldeke oder eines seiner Werke verweisen. Auf Veröffentlichungen, die sich wie etwa Edmond Farals Untersuchungen zum Roman d’Eneas (1913 [abrufbar]) ausschließlich mit den französischen oder lateinischen Vorlagen des Eneas oder des Servatius befassen, wurde verzichtet.

Die älteren Ausgaben des Eneas und Servatius enthalten keine umfassende Veldeke-Bibliographie. 1895 listete Richard M. Meyer in seinem Eintrag zur Allgemeinen Deutschen Biographie weniger als 50 Publikationen zu Veldeke auf und übertraf mit diesem bescheidenen Verzeichnis alle Vorgänger. 1927 begann Gustav Ehrismann seine Darstellung des limburgischen Dichters mit einem längeren, in einigen Fällen fehlerhaften Verzeichnis von Schriften und Rezensionen. Seine Hinweise fanden nachgeprüft und korrigiert Eingang ins vorliegende Verzeichnis. Für die ältere Periode verdanken wir Jozef Droogmans die vollständigste Bibliographie. Er verzeichnete 1928 über 200 Publikationen zu Veldeke und ist leider selbst noch nicht ins Netz gelangt. Seine Bibliographie gliedert sich thematisch in neuf Teile und umfasst zahlreiche limburgische Beiträge. Die meisten davon sind heute abrufbar und wurden soweit möglich überprüft. Teilweise unüberprüft wurden Gabriele Schiebs bibliographische Hinweise in ihrer Veldeke-Biographie von 1965 und Dieter Kartschokes Verzeichnis über Forschungsliteratur in seiner 1997 aktualisierten Eneas-Ausgabe übernommen. Sein Verzeichnis enthält 225 Einträge und bildet noch die umfangreichste gedruckte Veldeke-Bibliographie. Einträge wie Farals Untersuchung wurden ausnahmsweise nicht berücksichtigt. Um die Bibliographie bis heute zu aktualisieren, wurde vor allem der ‚RI-OPAC‘ benutzt. Eine Suche zu ‚Veldeke‘ ergibt derzeit 296 Treffer [RI-OPAC]. Sehr wertvoll waren auch die ‚Digitale Bibliotheek voor de Nederlandse Letteren‘ (DBNL), die zahlreiche Publikationen zugleich als PDF und Transkription ins Netz stellt, und die Homepage der historischen Zeitschrift ‚Limburg-Het Oude Land van Loon‘ (Limburg). Sie verzeichnet den Inhalt aller Nummern ihrer 1919 bzw. 1946 gegründeten, 1997 zusammengeschlossenen Vorgänger ‚Limburg‘ und ‚Het Oude Land van Loon‘. Den Hinweisen auf Handschriften mit dem Eneas, dem Servatius und der Veldekeschen Minnelyrik wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Ein wertvolles Instrument zur Erschließung der einschlägigen Literatur ist das Verzeichnis im Anhang 1 der 2001 verteidigten Dissertation von Marcus Schröter [PDF, S. 494–524]. Es wurde durch den Marburger ‚Handschriftencensus‘ [abrufbar] ergänzt und aktualisiert, jedoch ohne Rücksicht auf Veröffentlichungen mit Hinweisen auf andere Texte in denselben Handschriften.

Erstellt wurde das vorliegende Verzeichnis während der COVID-19-Pandemie und der am 17. März 2020 in Kraft getretenen Ausgangssperre. Sie erlaubte keinen überprüfenden Bibliotheksbesuch und erklärt einen Teil der unvollständigen Hinweise. Benutzer des Verzeichnisses werden aufgefordert, dem Webmaster Korrekturen und Ergänzungen vorzuschlagen. Eine Aktualisierung ist geplant. Das Verzeichnis ist den Krankenpflegern und Ärzten aller Länder gewidmet.

Gesamtverzeichnis: Word + PDF

Bischheim, den 10. April 2020

  • der Webmaster, andersen@unistra

Nachträge:

Bischheim, 20. Juni 2020 (Stand: 1022 Einträge)

Prominente Veldeke-Forscher

  • Bartsch, Karl (1832–1888) [Wikipedia]: 1860, 1862, 1864, 1869, 1871, 1887
  • Behaghel, Otto (1854–1936) [Wikipedia]: 1880 (2), 1882, 1911
  • Bodmer, Johann Jakob (1698–1783) [Wikipedia]: 1748, 1758, 1759, 1781
  • Bormans, Jean Henri (1801–1878) [Vercoullie 1913]: 1857 (2), 1858
  • Dam, Jan van (1896–1979) [Wikipedia]: 1923, 1924 (2), 1928, 1936
  • Droogmans, Jozef (1895–1982) [Hasseltse Portretten 1997]: 1928, 1929, 1939
  • Ehrismann, Gustav (1855–1941) [Wikipedia]: 1888, 1902, 1904, 1915, 1927, 1935
  • Ettmüller, Ludwig (1802–1877) [Wikipedia]: 1852
  • Frings, Theodor (1886–1968) [Wikipedia]: 1919 (2), 1941, 1946, 1947, 1948 (2), 1949 (3), 1950, 1951, 1952, 1956 (2), 1964
  • Fromm, Hans (1919–2008) [Wikipedia]: 1987 (2), 1992 (2), 1996
  • Goossens, Jan (geb. 1930) [Wikipedia]: 1969, 1975, 1989, 1990, 1991, 1996, 2001, 2003, 2004, 2008 (2)
  • Gottsched, Johann Christoph (1700–1766) [Wikipedia]: 1732, 1745, 1750
  • Hagen, Friedrich Heinrich von der (1780–1856) [Wikipedia]: 1808 (2), 1810, 1812, 1823, 1838 (3)
  • Henkel, Nikolaus (geb. 1945) [Wikipedia]: 1989, 1992 (2), 1993, 1995, 2005
  • Kartschoke, Dieter (geb. 1936) [Germanistenverzeichnis]: 1983, 1984, 1986, 1989, 1995, 2000
  • Kempeneers, August (gest. nach 1914) [Scharpé 1914]: 1913
  • Masse, Marie-Sophie (geb. 1972) [Wikipedia]: 2002, 2004, 2006 (2), 2008, 2014
  • Mierlo, Josef van (1878–1958) [Wikipedia]: 1928 (2), 1929 (2), 1930, 1932, 1933 (2), 1939 (3), 1952, 1953, 1955, 1956, 1957 (2), 1958
  • Minis, Cola (1912–1988) [Wikipedia]: 1945, 1947, 1948 (2), 1949, 1952, 1954, 1955, 1958, 1959, 1963, 1971, 1972, 1974, 1985
  • Notermans, Jef (1898–1987) [DBNL]: 1927 (2), 1928, 1929, 1953 (3), 1954 (2), 1957 (2), 1958 (2), 1962, 1966 (2), 1968, 1969, 1971 (2), 1972, 1973 (4), 1974 (2), 1975, 1976 (2), 1977 (2), 1983, 1984
  • Schieb, Gabriele (1919–1982) [DBE 2011]: 1946, 1947, 1948 (2), 1949 (3), 1950 (2), 1951, 1952 (4), 1955, 1956, 1960, 1961, 1962 (2), 1964 (2), 1965 (4), 1966 (2), 1968, 1969, 1970, 1972 (2), 1985
  • Schröder, Edward (1858–1942) [Wikipedia]: 1882 (2x), 1894, 1899, 1904, 1909 (3), 1919, 1930, 1938
  • Schröder, Werner (1914–2010) [Wikipedia]: 1958, 1965, 1969, 1981, 1994